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Politik

Steffens wird Techniker Krankenkasse in NRW leiten

Dienstag, 6. Februar 2018

Barbara Steffens /dpa

Düsseldorf – Barbara Steffens wird vom 1. Juli 2018 an die Landesvertretung Nord­rhein-Westfalen (NRW) der Techniker Krankenkasse (TK) leiten. Das teilte die Kasse beim Neujahrsempfang mit. Die ehemalige Ge­sund­heits­mi­nis­terin von NRW und ehemalige gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion tritt die Nachfolge von Günter van Aalst an, der seit 48 Jahren bei der TK beschäftigt ist und die Landesvertretung im Jahr 1991 aufgebaut hat. Sie ist heute mit 2,5 Millionen Versicherten die zahlenmäßig größte im Bundesgebiet.

„Wir verabschieden ein Urgestein des Gesundheitswesens“, sagte Thomas Ballast vor mehr als 200 geladenen Gästen. „Damals hieß es: In NRW ist einer, der ist schwierig, der weiß, was er will“, erinnerte sich der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der TK an seine eigenen Anfänge bei der Kasse. Er habe van Aalst dann „kennengelernt als jemanden, der enorm sachkundig ist“.

Der scheidende Leiter der Landesvertretung habe sich für die Gesundheit der Menschen und für technische Innovationen eingesetzt, Menschen zusammengebracht und Gespräche gefördert, lobte Ballast mit Blick auf das 1991 von van Aalst ins Leben gerufene TK-Forum und das Medica Econ Forum by TK, das seit 2012 zum festen Bestandteil der Medizinfachmesse in Düsseldorf zählt und dem Dialog zwischen Akteuren des Gesundheitswesens, der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik dient. Außerdem sei es van Aalst „sehr gut gelungen“, regionale Aspekte in die TK einzu­bringen. „Das ist der richtige Weg“, betonte Ballast. „Als bundesweit organisierte Kasse muss man die regionalen Belange beachten.“

Koalitionsverhandlungen: „PKV nicht kaputt machen“

Hinsichtlich der Verhandlungen der Großen Koalition in Berlin vermisst Ballast Aussagen zur Reform des Risiko­struk­tur­aus­gleichs. Außerdem hält er es für wichtig, die Attraktivität des Pflegeberufs zu erhöhen, damit Pflegekräfte länger als bisher in ihrem Beruf bleiben. Dabei fehlt dem stellvertretenden TK-Vorstandsvorsitzenden in den Koalitionsverhandlungen der Aspekt der Digitalisierung: „Wie kann man die Pflege besser technisch unterstützen und auch zu Hause besser unterstützen? Welche Pfade kann man neu aufmachen oder eleganter ablaufen lassen, damit der Pflegebedürftige das Vertrauen hat, dass er langfristig gut versorgt wird?“

Eine Reform der Honorare für niedergelassene Ärzte hält Ballast vor dem Hintergrund einer besseren Versorgung der Patienten auf dem Land für notwendig. „Ich muss aber auch erst mal da, wo es viele Ärzte gibt, dafür sorgen, dass dort weniger Ärzte hin­gehen.“ Eine Anhebung der ärztlichen Vergütung in der gesetzlichen Krankenver­sicherung, „um die private Kran­ken­ver­siche­rung kaputt zu machen“ und die Bürger­versicherung voranzutreiben, hält er für den falschen Weg.

Digitalisierung muss „auf die Straße“

Günter van Aalst unterstrich in seiner Abschiedsrede die Bedeutung der Digitalisierung, insbesondere von Telemedizin und Telematik. „Es geht darum, Medizin in geeigneter Form so zu erbringen, wie wir sie vor Ort brauchen.“ Die Versorgung der Kranken und Pflegebedürftigen durch Menschen allein werde künftig nicht reichen, ist der schei­dende TK-Leiter überzeugt, der sich auch darüber wunderte, dass es in den Reihen der niedergelassenen Ärzte angesichts des in den Koalitionsverhandlungen geplanten Digitalfonds für die Krankenhäuser bislang ruhig geblieben ist. „Denn auch im ambu­lanten Bereich brauchen wir die Ausrüstung.“ In den vergangenen Jahren habe es dort schon einen „erheblichen Umbruch“ gegeben. „Aber die Frage ist jetzt: Wie kriegen wir das auf die Straße?“ © ts/aerzteblatt.de

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