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Medizin

Persistierendes Foramen ovale erhöht Schlaganfallrisiko nach Operationen

Mittwoch, 7. Februar 2018

Boston – Patienten mit einem persistierenden Foramen ovale haben laut einer im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2018; 319: 452–462) veröffentlichten Kohortenstudie ein zweieinhalbfach erhöhtes Risiko, nach einer Operation einen Schlaganfall zu erleiden.

Schlaganfälle gehören zu den am meisten gefürchteten postoperativen Komplika­tionen. Die Gefahr ist vor allem nach Herz- und Bypass-Operationen erhöht, aber auch bei anderen größeren Operationen können sich Gerinnsel oder atherosklerotische Ablagerungen lösen und in das Gehirn driften. Eine gewisse Gefahr besteht auch nach Kathetereingriffen. In den USA sollen mehr als 5 Prozent aller Schlaganfälle nach Operationen oder anderen invasiven Eingriffen auftreten.

Thromben aus dem venösen Kreislauf können allerdings nur dann in das Gehirn gelangen, wenn eine Verbindung zwischen dem rechten und linken Herzen besteht. Diese Situation liegt bei Menschen mit einem persistierenden Foramen ovale vor. Dieses Vitium liegt bei einem Viertel aller Erwachsenen vor. 

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Ein Team um Matthias Eikermann vom Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC) in Boston ist jetzt in einer retrospektiven Kohortenstudie der Frage nachgegangen, ob Personen mit einem persistierenden Foramen ovale häufiger nach Operation einen Schlaganfall erleiden. Die Forscher werteten die Daten von 150.198 Patienten aus, die an 3 Kliniken in New England operiert wurden. Darunter waren 1.540 Patienten, bei denen vor der Operation ein persistierendes Foramen ovale diagnostiziert worden war. In dieser Gruppe kam es nach der Operation bei 49 Patienten oder 3,2 Prozent zu einem Schlaganfall. Von den anderen 148.658 Patienten, darunter sicherlich viele, bei denen ein persistierendes Foramen ovale vorlag aber nicht diagnostiziert wurde, erlitten 801 oder 0,5 Prozent einen postoperativen Schlaganfall.

Eikermann ermittelt in einer adjustierten Analyse eine Odds Ratio von 2,66, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,96 bis 3,63 signifikant war. Dies bedeutet, dass das absolute Risiko, nach einer Operation einen Schlaganfall zu erleiden, von 2,2 auf 5,9 pro 1.000 Patienten steigt. Das ergibt eine absolute Risikodifferenz von 3,7 auf 1.000 oder etwa 0,4 Prozent. Da die Thromben oder andere Embolien häufiger größere Hirngefäße verlegen (Odds Rato 3,14; 2,21–4,48), führen postoperative Schlaganfälle häufig zu schweren Behinderungen oder zum Tod.

Damit stellt sich die Frage, ob bei Patienten mit bekanntem persistierendem Foramen ovale vor einer größeren Operation ein Verschluss angestrebt werden sollte. Dies ist nicht leicht zu beantworten, da ein interventioneller Verschluss und erst recht eine Operation mit Komplikationen einhergeht, deren Häufigkeit in der Größenordnung von 1 Prozent liegt. Die Nutzen-Risiko-Bilanz könnte deshalb negativ ausfallen. Genau zeigen könnte dies nur eine randomisierte Studie. Eine Alternative bestünde in einer oralen Antikoagulation, die jedoch bei den meisten Operationen kontraindiziert wäre und mit einem erhöhten Blutungsrisiko (auch im Bereich des Gehirns) einherginge. © rme/aerzteblatt.de

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