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Hochschulen

Neue Suchtambulanz für Kinder und Jugendliche in Dresden

Mittwoch, 7. Februar 2018

Dresden – Eine neue Spezialambulanz für Suchterkrankungen hat die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden eingerichtet. 

„Eine Abhängigkeit von illegalen Substanzen wie Crystal Meth, Cannabis/Marihuana, Ecstasy, Heroin oder legalen Drogen wie Alkohol, sowie Spielsucht oder Internet- beziehungsweise Handysucht ist in der Mehrheit der Fälle eine sekundäre Erkrankung“, erläutert Yulia Golub, ärztliche Leiterin der Spezialambulanz für Suchterkrankungen. Etwa zwei Drittel aller Jugendlichen, die unter einer Suchtstörung litten, erfüllten auch die Kriterien einer anderen kinder- und jugendpsychiatrischen Störung, beispielsweise einer Störung des Sozialverhaltens, AD(H)S, Traumafolgestörung beziehungsweise affektiven Störungen wie Depressionen oder Ängste.

Die mehrmonatige stationäre Akuttherapie mit einer Entgiftung ist laut Golub nur der erste, aber wichtige Schritt aus der Sucht: „Erst wenn ein Patient abstinent ist, können wir ihn wirklich therapieren“, so die Kinder- und Jugendpsychiaterin. Die in der Spezialambulanz erfolgende Diagnose der psychischen Erkrankung und eine anschließende Therapie hätten das Ziel, dieses die Sucht auslösende Leiden nachhaltig zu therapieren und so die Gefahr eines Rückfalls zu verringern. 

„Der Ausbau des ambulanten Therapieangebots für psychisch kranke Kinder und Jugendliche durch das Universitätsklinikum Dresden ist die Antwort auf eine massive Unterversorgung in der Region. Entsprechend der Aufgabe einer hochschulmedizi­nischen Einrichtung geht es dabei auch darum, auf wissenschaftlicher Basis neue und effiziente Behandlungsformen zu entwickeln und zu überprüfen“, sagte Michael Albrecht, medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums.

Bisher standen den Suchterkrankten und ihren Familien nach der stationären Akutversorgung laut der Klinik lediglich Beratungsstellen zur Seite. Die ambulante Therapie erfolgte in kinder- und jugendpsychiatrischen Praxen. „Ohne eine der stationären Entgiftung folgende, langfristig angelegte, ambulante Therapie haben betroffene Jugendliche aber geringe Chancen, ihre Sucht dauerhaft zu besiegen“, hieß es aus der Klinik. 

Die Ambulanz bietet zunächst zwei Gruppentherapien für unterschiedliche Zielgruppen an: Ein Angebot richtet sich an suchterkrankte Minderjährige, ein weiteres an deren Angehörige. © hil/aerzteblatt.de

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