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Steigende Sachkosten machen Kliniken zu schaffen

Mittwoch, 7. Februar 2018

/dpa

Köln – Der Kostendruck auf Krankenhäuser in Deutschland wird in den kommenden Jahren steigen. Das hat die Unternehmensberatung Inverto in einer Studie zur Entwicklung der Sachkosten in Krankenhäusern ermittelt. Demnach stiegen die Sachkosten seit 2002 um 86 Prozent. Im gleichen Zeitraum nahmen die Personalkosten lediglich um 54 Prozent zu.

Vor allem große Kliniken mit mehr als 1.000 Betten haben laut Inverto-Studie mit steigenden Sachkosten zu kämpfen. Dies führen die Autoren vor allem darauf zurück, dass große Krankenhäuser meist komplexere Fälle betreuen und eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen behandeln. Allerdings sind die Sachkosten in großen Häusern seit 2009 nur um vier Prozent gestiegen, während kleine und mittlere Betriebe inzwischen 18 beziehungsweise 19 Prozent mehr investieren müssen.

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Ein weiteres Ergebnis: Offenbar wirtschaften privat geführte Häuser effizienter als öffentliche. Der Studie zufolge geben sie pro Bett rund 25 Prozent weniger für Sachmittel aus als öffentliche Institutionen. Auch sei es ihnen gelungen, den Sachkostenanteil in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich um weitere zwei Prozent zu senken, während er bei öffentlichen Häusern um sieben Prozent stieg.

Ein wesentlicher Grund für die rasante Steigerung im Bereich der Sachkosten sei das Krankenhausstrukturgesetz, so die Studienautoren. Es bewertet die Sachkosten für die Fallpauschalen geringer und setzt die Pflegekosten höher an. Zugleich werden erst­mals private Krankenhäuser in die Bemessungsgrundlage für die Vergütung der Standardfälle einbezogen.

„Beide Vorgaben gemeinsam bewirken, dass Krankenhäuser ihre Ausgaben für Sach­mittel auf den Prüfstand stellen und Einsparpotenziale finden müssen, um künftig kostendeckend arbeiten zu können“, so das Fazit der Unternehmensberater, die für ihre Studie Geschäftsberichte aus 171 deutschen und 186 englischen Krankenhäusern ausgewertet haben. © hil/sb/aerzteblatt.de

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