NewsPolitikKrankenhaus: DRG-System soll umgebaut werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenhaus: DRG-System soll umgebaut werden

Mittwoch, 7. Februar 2018

/VILevi, stock.adobe.com

Berlin – Union und SPD planen eine grundlegende Umgestaltung des DRG-Systems. Bislang sind die Personalkosten in die einzelnen DRGs eingerechnet. Wie aus dem Koalitionsvertrag hervorgeht, sollen sie künftig unabhängig von den Fallpauschalen und krankenhausindividuell vergütet werden. Demnach finanzieren sich die Kranken­häuser in der Zukunft aus einer Kombination aus Fallpauschalen und einer Pflegekostenvergütung. Die DRG-Berechnungen werden dabei um die Pflege­personalkosten bereinigt.

Als größtes Problem in der Krankenhausfinanzierung benennen die Krankenhäuser immer wieder die unzureichende Investitionskostenfinanzierung durch die Bundes­länder. Auch Union und SPD betonen erneut ausdrücklich die Bedeutung einer ausreichenden Investitionskostenfinanzierung – insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung der Krankenhäuser. „Um eine gute stationäre Versorgung sicher­zustellen, sind deutlich erhöhte Investitionen in Krankenhäuser für Umstruk­turierungen, neue Technologien und Digitalisierung notwendig“, heißt es im Koalitionsvertrag. „Die Länderkompetenz in der Krankenhausplanung und die Verpflichtung zur Investitionsfinanzierung bleiben erhalten.“

Koalitionsvertrag: Von richtigen Akzenten bis zum Totenschein des Gesundheitswesens

Berlin – Union und SPD haben sich heute über letzte Details für einen Koalitionsvertrag verständigt. Das Wort „Bürgerversicherung“ taucht darin nicht auf. Eine wissenschaftliche Kommission soll aber bis Ende 2019 Vorschläge für eine Angleichung der Honorare für Ärzte bei privat und gesetzlich Krankenversicherten erarbeiten. Verbesserungen wurden in der Pflege vereinbart. Die Reaktionen von Akteuren aus dem Gesundheitswesen fallen gemischt aus.

Anzeige

Strukturfonds um vier weitere Jahre verlängert

Im Krankenhausstrukturgesetz aus dem Jahr 2016 haben Union und SPD in der vergangenen Legislaturperiode den Strukturfonds begründet. Dabei gibt der Bund 500 Millionen Euro dazu, wenn die Länder ihrerseits 500 Millionen Euro für den Umbau von Krankenhäusern zum Beispiel in ambulante Einrichtungen zur Verfügung stellen. Die erste Runde des Strukturfonds war ein voller Erfolg. Deshalb soll der Fonds für weitere vier Jahre in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr fortgesetzt werden. Bei der Finan­zierung des Fonds hat sich dabei die SPD durchgesetzt, die eine hälftige Finanzierung von Bund und Ländern befürwortete, während die Union eine Finanzierung aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds angestrebt hatte.

Koalitionsvertrag: Mehr Terminvermittlung und Kommission zu Arzthonoraren

Berlin – Nach mehr als 24 Stunden Verhandlungen haben sich Union und SPD auf einen möglichen künftigen Koalitionsvertrag geeinigt. Auf 177 Seiten haben sich die künftigen Koalitionäre auf ihr Regierungsprogramm verständigt. Dabei werden auf acht Seiten die Pläne in der Gesundheitspolitik und Pflege beschreiben – Themen, die in die letzte Verhandlungsnacht hinein strittig waren. In der ambulanten

Änderungen wird es auch bei der Organisation der Notfallversorgung geben. Bislang liegt der Sicherstellungsauftrag bei der Notfallversorgung bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Weil sich in den vergangenen Jahren immer mehr Patienten in den Notaufnahmen der Kliniken behandeln ließen, forderten die Krankenhäuser, im Bereich der Notfallversorgung an dem Sicherstellungsauftrag beteiligt zu werden. Diesem Wunsch wird nun entsprochen. „Zur Verbesserung der Notfallversorgung wird eine gemeinsame Sicherstellung der Notfallversorgung von Landeskranken­haus­gesellschaften und KVen in gemeinsamer Finanzierungsverantwortung geschaffen“, heißt es im Koalitionsvertrag. „Dazu sind Notfallleitstellen und integrierte Notfallzentren aufzubauen.“

Bessere Vernetzung von ambulantem und stationärem Bereich

Union und SPD betonen die Bedeutung einer guten Arbeitsteilung und Vernetzung zwischen der Grund- und Regelversorgung sowie Zentren für schwerwiegende, komplexe oder seltene Erkrankungen. Um spezialmedizinische Kompetenz auch in die Fläche zu bringen, sollen die Zentren auch mit ambulanten Schwerpunktpraxen zusammenarbeiten. Zudem sollen „die notwendigen Instrumente der Qualitäts­sicherung“ für die Ausweisung der Zentren weiterentwickelt werden. © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

31. Juli 2018
Berlin – Die Krankenhäuser in Deutschland haben für die Ausstattung mit Hygienepersonal zwischen 2013 und 2017 rund 329 Millionen Euro erhalten. Das geht aus einem Bericht des GKV-Spitzenverbands
Kliniken rufen Mittel aus Hygieneprogramm ab
26. Juli 2018
Berlin – Trotz Pflegemangels an Krankenhäusern nehmen die Kliniken eine millionenschwere Förderung für neue Schwestern und Pfleger nur etwa zur Hälfte in Anspruch. 2016 und 2017 wurden bislang 157
Fördermittel: Kliniken verzichten auf Millionen für bessere Pflege
26. Juli 2018
Hamburg – Die Krankenkassen bezahlen den Krankenhäusern in Hamburg in diesem Jahr rund 46 Millionen Euro für die Ausbildung in Gesundheitsberufen. Damit stellen sie die Finanzierung von rund 3.000
Ausbildung: Hamburger Kliniken erhalten mehr Geld
24. Juli 2018
München – In den kommenden fünf Jahren will die Staatsregierung in Bayern rund drei Milliarden Euro in den Ausbau von Krankenhäusern investieren. Das Kabinett gab heute nach eigenen Informationen den
Bayern: Kabinett beschließt mehr Geld für Kliniken und Landarztquote
11. Juli 2018
Berlin – Der Marburger Bund (MB) hat die Bundesregierung dazu aufgerufen, bei den geplanten Verbesserungen für Krankenhauspersonal die Ärzten nicht außen vor zu lassen. „Auch im ärztlichen Dienst gibt
Pflegepersonalstärkungsgesetz: Ärzte müssen berücksichtigt werden
9. Juli 2018
Potsdam – Die 53 Brandenburger Krankenhäuser in Brandenburg erhalten in diesem Jahr vom Land weitere 20 Millionen Euro für Investitionen. Damit stehen im Haushalt 100 Millionen Euro für die
Zusätzlich 20 Millionen Euro für Brandenburger Krankenhäuser
9. Juli 2018
Berlin – Im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz plant der Gesetzgeber, die Personalkosten für Pflegekräfte aus dem Fallpauschalensystem herauszurechnen. Die Ärzteschaft fragt sich, warum das nur für die

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER