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Medizin

E-Zigaretten könnten Anfälligkeit für Pneumonien erhöhen

Donnerstag, 8. Februar 2018

/dpa

London – Der Dampf von E-Zigaretten fördert in den Atemwegen die Bildung eines Rezeptors, der die Invasivität von Pneumokokken, dem wichtigsten Auslöser von Lungenentzündungen fördert. Dies geht aus neuen Untersuchungen im European Respiratory Journal (2018; 51: 1701592) hervor.

Es ist bekannt, dass Luftschadstoffe die Lungen anfällig für Infektionen machen. So haben Raucher ein 4-fach erhöhtes Risiko auf invasive Pneumokokkeninfektionen. Passivrauchen war in epidemiologischen Studien mit einem um 50 % erhöhten Risiko verbunden. Bei Kindern konnte ein Einfluss von fossilen Brennstoffen nachgewiesen werden.

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Für E-Zigaretten gibt es bisher keine entsprechenden Hinweise – was aber daran liegen kann, dass die Nikotin- und Aromaverdampfer erst seit Kurzem auf dem Markt sind und nur von einer kleinen Gruppe eingesetzt werden. Für epidemiologische Studien ist es deshalb noch zu früh.

Doch die Untersuchungen eines Teams um Jonathan Grigg von der Queen Mary University of London zeigen, dass ein Risiko bestehen könnte. Die Forscher haben den Einfluss von E-Zigaretten zunächst an Zellkulturen untersucht. Dort kam es zu einer vermehrten Expression des Rezeptors für den plättchenaktivierenden Faktor (PAFR). Frühere Untersuchungen von Griggs Gruppe hatten gezeigt, dass PAFR die Eintritts­pforte für Pneumokokken in die Schleimhaut ist. Pneumokokken können laut Grigg in den Atemwegen existieren, ohne Krankheiten zu verursachen. Erst wenn sie in die Zellen eindringen, komme es zu Lungenentzündung oder Sepsis.

Aras Kadioglu von der Universität Liverpool hat die Experimente mit Mäusen wieder­holt. Auch hier kam es nach der Exposition mit den Dämpfen der E-Zigaretten zu einer vermehrten Expression von PAFR. In der Schleimhaut von Nase und Rachen der Tiere waren danach erhöhte Konzentrationen von Pneumokokken nachweisbar.

Schließlich haben die Forscher die PAFR-Konzentration in der Nasenschleimhaut bei 17 Menschen untersucht. Darunter waren 10 Personen, die regelmäßig E-Zigaretten mit Nikotin und 1, die E-Zigaretten ohne Nikotin benutzte. Die E-Zigaretten-Konsumenten wurden gebeten, 10 Züge aus ihrer E-Zigarette zu nehmen. Eine Stunde später hatte sich die Konzentration von PAFR in einem Nasenabstrich verdreifacht, berichtet Grigg.

Die Ergebnisse deuten auf ein Gefahrenpotenzial hin. Noch fehlt allerdings der Beweis, dass die vermehrte Bildung von PAFR in den Atemwegen der Konsumenten von E-Zigaretten zu einen Anstieg von Lungenentzündungen führt. Dieser Hinweis kann nur durch epidemiologische Studien erbracht werden. © rme/aerzteblatt.de

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