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Politik

Innovationsfonds fördert Studien zur Patientenautonomie bei Multipler Sklerose

Donnerstag, 8. Februar 2018

Hamburg – Eine interaktive Webplattform zum sogenannten Empowerment bei Multipler Sklerose (MS) namens „PowerMS“ soll die Autonomie von MS-Patienten und damit ihre Versorgung insgesamt verbessern. Das auf 42 Monate angelegte Projekt erhält Mittel aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA). Die Leitung liegt beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

„Power@MS addressiert eine Versorgungslücke in der Betreuung von MS-Patienten. Nach Diagnosestellung haben Betroffene viele offene Fragen zur Prognose, zu einer Immuntherapie, zum Umgang mit Schüben aber auch Lebenstilmassnahmen. Power@MS soll durch zwei Empowerment-Interventionen Betroffene stärken und entzündliche Krankheitsaktivität reduzieren“, heißt es in der Projektbeschreibung des Innovationsausschusses.

In zwei randomisierten Studien (RCTs) mit jeweils der Regelversorgung als Kontroll­gruppe soll der Nutzen von komplexen, digitalen interaktiven Interventionen geprüft werden. In RCT-1 werden Betroffene, die noch keine Immuntherapie erhalten, im ersten Jahr nach Diagnose über ein Jahr begleitet. Im Fokus sind dabei Lebenstilfaktoren wie Stressmanagement, Bewegung, Ernährung aber auch evidenzbasierte Informationen zur MS.

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Primäres Ziel ist, zu zeigen, dass durch die Intervention die Entzündungsaktivität laut Magnetresonanztomogramm geringer ist als in der Kontrollgruppe. In RCT-2 werden Betroffene umfassend zu Schüben geschult. „Durch die Stärkung der patientenseitigen Kontrolle kann möglicherweise die Schubrate gesenkt werden“, hoffen die Wissen­schaftler.

Bewährt sich der Ansatz, könnte die Internetplattform MS-Patienten künftig langfristig evidenzbasierte und neutrale Informationen vermitteln. „Dies könnte durch abgewo­gene Immuntherapieentscheidungen, den reflektierten Einsatz von Schubtherapien sowie einem präventiven Lebensstil dazu beitragen, verfügbare Ressourcen effektiver einzusetzen und die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern“, hieß es aus dem BKK-Dachverband.

Dem Projekt-Konsortium gehören neben dem UKE und dem BKK-Dachverband die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Universitäten Lübeck und Düsseldorf, die Universitätsmedizin Göttingen sowie die Deutsche Multiple-Sklerose-Gesellschaft, Bundesverband, sowie das Unternehmen Gaia an. 

In Deutschland leiden mehr als 200.000 Menschen an MS. Die Krankheit beginnt meist im jungen Erwachsenenalter. © hil/aerzteblatt.de

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