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Ärzteschaft

Digitale Technologien verändern die Diabetesversorgung

Freitag, 9. Februar 2018

/Piotr Adamowicz, stockadobecom

Berlin – Digitale Technologien können die Diagnostik und Therapie von Diabetespatienten stark verbessern. Davon zeigte sich heute die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) überzeugt. „Die Digitalisierung verändert die Diabetologie grundlegend – sowohl in der Forschung als auch in der Therapie“, sagte deren Präsident Dirk Müller-Wieland auf der Jahrespressekonferenz der Fachgesellschaft.

Wenn Patienten beispielsweise Apps nutzten, um ihre Blutzuckerwerte zu messen, könne das ihre Selbstbestimmung stärken und zugleich eine zeitliche Entlastung für Ärzte bedeuten. Neben solchen elektronischen Zuckerkontroll-Tagebüchern könnten weitere digitale Anwendungen für Menschen mit Diabetes hilfreich sein, wie Fitnesstracker oder Apps, mit denen sich die Ernährung kontrollieren lasse, so der DGG-Präsident.

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Individuelle Lebensqualität stärker berücksichtigen

Die Fachgesellschaft fordert, bei der Diabetesversorgung nicht nur Blutzuckerwerte im Blick zu haben, sondern die individuelle Lebensqualität stärker zu berücksichtigen. „Die krankheitsbezogene Einschränkung der Lebensqualität ist sehr individuell und für den Betroffenen relevant. Sie wird vor allem durch die persönlichen Ängste und Erwartungen getrieben“, sagte Müller-Wieland.

Solche individuellen Beeinträchtigungen würden bisher jedoch nur unzureichend erfasst. Für therapeutische Strategien wie etwa die Wirkung neuer Medizinprodukte seien sie jedoch sehr relevant. „Die DDG will dazu beitragen, dass methodische Standards entwickelt werden, um die Lebensqualität von Patienten mit Diabetes stärker zu erfassen“, kündigte Müller-Wieland an.

Zuvor hatte die Fachgesellschaft zusammen mit dem Selbsthilfeverband diabetesDE den Koalitionsplan von SPD und CDU/CSU begrüßt. Die „lange überfällige Vereinbarung, die Diabetesversorgung in Deutschland künftig strukturiert zu verbessern, ist ein entscheidender Durchbruch – und eine neue Dynamik auch für die Diabetologie in Deutschland“, begrüßte Müller-Wieland die Vereinbarung.

„Wir kämpfen nun schon so viele Jahre für die Umsetzung eines nationalen Diabetesplans und bewerten die Ankündigung einer nationalen Diabetesstrategie im jetzigen Entwurf des Koalitionsvertrages als ersten Schritt positiv“, sagte Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. © hil/aerzteblatt.de

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