Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bundesländer gaben 2,98 Milliarden Euro für Krankenhäuser aus

Montag, 12. Februar 2018

/Tobias Kaltenbach, stockadobecom

Berlin – Die Bundesländer haben im vergangenen Jahr für Investitionen in Kranken­häuser 2,98 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Das geht aus der Antwort des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) auf eine Anfrage des FDP-Bundestags­abgeordneten Wieland Schinnenburg hervor, die den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland vorliegt. 2016 waren es demnach 2,74 Milliarden Euro gewesen. „Schätzungen aus Wissenschaft und Praxis gehen von einem jährlichen Investitions­bedarf von circa fünf Milliarden Euro bis circa 6,6 Milliarden Euro aus“, heißt es der Antwort des BMG.

Die Ausgaben Niedersachsens für Klinikinvestitionen beliefen sich 2017 demnach auf 249 Millionen Euro. In Schleswig-Holstein waren es 119 Millionen Euro, in Mecklen­burg-Vorpommern 50 Millionen Euro, in Brandenburg 79 Millionen Euro, in Sachsen 120 Millionen Euro und in Nordrhein-Westfalen 779 Millionen Euro.

In Deutschland sind die Länder für die Investitionen in Krankenhäuser zuständig. Die Betriebskosten werden dagegen von den Krankenkassen finanziert – über für bestimmte Behandlungen definierte Pauschalen, die mit einem Basisfallwert multi­pliziert werden. Für Krankenhausbehandlungen gesetzlich Versicherter haben die Krankenkassen im vergangenen Jahr laut BMG rund 73 Milliarden Euro aufgebracht, bei Privatpatienten waren es rund 7,6 Milliarden Euro.

Basisfallwerte erhöhen

Wie aus der Ministeriumsantwort weiter hervorgeht, sind die Löhne im Gesundheits­wesen 2017 deutschlandweit deutlich stärker gestiegen als die Basisfallwerte, die bei der Berechnung der Vergütung berücksichtigt werden. In vielen Bundesländern ist dies auch 2016 der Fall gewesen. Zuletzt waren zunehmend Krankenhäuser in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium beziffert die Zahl der Klinik-Insolvenzen in den Jahren 2016 und 2017 auf elf.

„Die künftige Koalition muss sich dringend für eine bessere finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser einsetzen. Dazu gehört eine ausreichende Erhöhung der Basisfallwerte“, sagte Schinnenburg den Zeitungen. Außerdem sollten Bundesländer, die ihren Investi­tions­verpflichtungen nachkämen, einen Zuschuss vom Bund erhalten.

Die Länder wehren sich gegen Kritik. „Der Freistaat ist ein verlässlicher Partner für die bayerischen Kliniken“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) am Samstag. 2017 standen demnach 503 Millionen Euro für die Finanzierung der Krankenhäuser zur Verfügung, in diesem Jahr sollen es 643 Millionen Euro werden.

Im Stuttgarter Sozialministerium hieß es, Baden-Württemberg habe im vergangenen Jahr so viel Geld in die Krankenhäuser gesteckt wie noch nie. Der Sprecher betonte, sein Land komme mit gut 525 Millionen Ausgaben für die Kliniken den Anforderungen schon recht nahe, wenn man diese auf die einzelnen Länder herunterbreche. „Es wäre natürlich immer schön, mehr zu haben.“ © kna/dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20.02.18
Schleswig-Holstein legt Investitionsplan für Krankenhaus­baumaßnahmen vor
Kiel – Schleswig-Holstein hat den Investitionsplan für Krankenhausbaumaßnahmen fortgeschrieben. Finanziert werden sollen auch 15 Projekte mit einem Volumen von 466 Millionen Euro, wie das......
15.02.18
Krankenhaus­gesellschaft Mecklenburg-Vor­pommern mahnt höhere Investitionen an
Schwerin – In den Kliniken Mecklenburg-Vorpommerns wird nach Darstellung der Krankenhausgesellschaft der Investitionsstau immer größer. Neben baulichen Vorhaben seien davon immer häufiger auch Ersatz......
14.02.18
Bremen will Klinikgesellschaft mit Millionenausgabe stützen
Bremen – Bremens rot-grüne Regierungskoalition will dem verschuldeten kommunalen Klinikverbund GeNo mit 185 Millionen Euro unter die Arme greifen. Darauf habe sich der Koalitionsausschuss verständigt,......
09.02.18
Grundvergütung für Krankenhaus­behandlungen 2018 in Bayern steht fest
München – Bayerische Krankenhausgesellschaft und die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern haben sich auf den landesweiten Basisfallwert für 2018 geeinigt. Danach steigt diese......
07.02.18
Krankenhaus: DRG-System soll umgebaut werden
Berlin – Union und SPD planen eine grundlegende Umgestaltung des DRG-Systems. Bislang sind die Personalkosten in die einzelnen DRGs eingerechnet. Wie aus dem Koalitionsvertrag hervorgeht, sollen sie......
07.02.18
Verhandlungen zur Vergütung der stationären Leistungen in Hessen gescheitert
Eschborn/Frankfurt – In Hessen sind die Verhandlungen der Krankenhausgesellschaft mit den Krankenkassen zum sogenannten Landesbasisfallwert gescheitert. Die Entscheidung zur Vergütung der stationären......
07.02.18
Steigende Sachkosten machen Kliniken zu schaffen
Köln – Der Kostendruck auf Krankenhäuser in Deutschland wird in den kommenden Jahren steigen. Das hat die Unternehmensberatung Inverto in einer Studie zur Entwicklung der Sachkosten in Krankenhäusern......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige