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Politik

Bayern arbeitet an Konzept zur Landarztquote

Montag, 12. Februar 2018

München – Mit einer Landarztquote will Bayern dem drohenden Hausarztmangel in ländlichen Gebieten entgegenwirken. Das Konzept dafür befinde sich weiter in Arbeit, teilte eine Sprecherin des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums in München mit. Ein genauer Starttermin stehe noch nicht fest.

Im vergangenen Frühjahr hatte Ministerin Melanie Huml (CSU) angekündigt, dass künftig bis zu fünf Prozent der Medizinstudienplätze an Bewerber gehen sollen, die sich verpflichten, als Hausarzt in Regionen zu arbeiten, die unterversorgt sind oder in denen eine Unterversorgung droht.

Urteil prüfen und umsetzen

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zum Numerus Clausus vom Dezem­ber habe auch Auswirkungen auf die Gestaltung der Landarztquote, hieß es im Minis­terium. Die vom BVerfG getroffene Feststellung, dass etwa die Abiturnoten aus unterschiedlichen Bundesländern vergleichbar sein müssen, sei auch bei der Vergabe von Studienplätzen im Rahmen der Landarztquote zu berücksichtigen, sagte die Sprecherin. Aktuell werde geprüft, wie die Auswahlparameter des zentralen Vergabe­verfahrens neu gewichtet und um Auswahlkriterien ergänzt werden können.

Zudem gebe es Abstimmungsbedarf bei der Frage, inwieweit sich die Auswahl der Bewerber für entsprechende Studienplätze über die Stiftung Hochschulzulassung abwickeln lasse. Diese löste die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) ab. Bei ihr müssen sich angehende Studenten bewerben.

Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Bayern und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) wollen dem Landarztmangel auch mit Fördermaßnahmen entgegenwirken. So schüttete die KVB 2017 nach eigenen Angaben rund 1,75 Millionen Euro an Hausärzte aus, die beispielsweise eine Praxis auf dem Land übernommen oder aufgebaut haben. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium bezuschusst Niederlassungen in betroffenen Regionen ebenfalls. 318 Hausärzte hätten seit dem Start des Förderprogrammes 2012 davon profitiert, teilte die Sprecherin mit – zudem 53 Psychotherapeuten und 23 weitere Fachärzte.

Das Stipendium für Medizinstudierende, die sich verpflichten, ihre Facharztweiter­bildung auf dem Land zu absolvieren und danach fünf Jahre dort tätig zu sein, ist zum 1. Februar auf 600 Euro monatlich verdoppelt worden. Hausärzte seien die ersten Ansprechpartner bei Gesundheitsfragen, sagte Ministerin Huml. Ziel sei, allen Menschen in Bayern auch künftig ohne ange Anfahrtswege eine gute medizinische Versorgung zur Verfügung zu stellen. © dpa/aerzteblatt.de

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