NewsPolitikPolitik diskutiert über Gesetzesregelungen gegen Schlankheitswahn
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Politik diskutiert über Gesetzesregelungen gegen Schlankheitswahn

Montag, 12. Februar 2018

/catwalkphotos, stockadobecom

Hamburg – Über Maßnahmen gegen den Schlankheitswahn in der Modebranche diskutieren Politiker von Union und SPD. „Size-Zero-Models gaukeln ein Ideal vor, welches weder ästhetisch noch gesund ist – mit gefährlichen Langzeitschäden für Körper und Seele bis hin zum Tod“, sagte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dem Spiegel.

Die CSU-Politikerin Dorothee Bär, die für einen Ministerposten im neuen Bundes­kabinett gehandelt wird, sagte, Aufklärung allein scheine an ihre Grenzen zu stoßen. Bilder müssten wieder stärker Abbilder der Wirklichkeit sein. „Die Zeit ist gekommen, sich die Regelungen unserer Nachbarn genau anzusehen“, sagte sie. In Frankreich dürfen Frauen mit Untergewicht nicht mehr als Models arbeiten, in Spanien und Israel gibt es ähnliche Vorschriften.

Anzeige

Über magere Models wird derzeit auch angesichts des Starts der neuen „Germany's next Topmodel“-Staffel auf ProSieben diskutiert. Nicht alle Kandidatinnen sehen diesmal wie klassische Magermodels aus. „Heute sind auch Mädchen mit tollen Kurven gefragt“, sagte Jurorin Heidi Klum vorab. Die Branche sei vielfältiger geworden.

Die Kritik an der Sendung ist aber nach wie vor groß. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland findet, das Format vermittele ein falsches Schönheitsideal, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov ergab.

„Wir brauchen eine gesetzliche Regelung zum Schutz vor Magersucht“, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach dem Spiegel. Es gebe kaum eine Erkrankung bei jungen Frauen, die eine so hohe Sterblichkeitsrate habe wie Magersucht – und die Heilungschancen seien gering. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #728102
reseolf
am Dienstag, 13. Februar 2018, 12:36

Es kommt dicke

Auch für mich ist es schwer zu verstehen, warum ausgerechnet über dünne Modells diskutiert wird und so viele Menschen übergewichtig sind. Die Folgeschäden durch Übergewicht sind dramatisch. Mir tun vor allem die Kinder leid. Meiner Meinung vermitteln adipöse Eltern oft die falschen Werte. Schade. Es ist wirklich eine seltsame "Verkehrte Welt".
Avatar #737120
dokeszt
am Dienstag, 13. Februar 2018, 08:50

Verkehrte Welt

Vielen Dank dem Kommentar von santanimo! Wie wäre es, wenn Herr Lauterbach sich für gesetzliche Regelungen gegen Fettleibigkeit einsezten würde? Hier gibt es bei vielen unserer Nachbarländer sinnvolle Initiativen, nur die deutsche Regierung kann sich nicht aus dem Würgegriff der Lobbyisten befreien.
Avatar #113003
Claus-F-Dieterle
am Montag, 12. Februar 2018, 21:25

Weisheit aus der Bibel

Römer 12,2: "Richtet euch nicht länger nach den Maßstäben dieser Welt...". Es ist sinnvoll, das Selbstbewusstsein der Menschen zu stärken, aber nicht nur im Hinblick auf Aussagen in Modemagazinen...
Avatar #674756
santantimo
am Montag, 12. Februar 2018, 19:34

Schlankheitswahn

Mitnichten haben wir in Deutschland ein Problem mit den Dünnen, eher mehrheitlich mit den Fettleibigen und Adipösen.
LNS

Nachrichten zum Thema

16. Juli 2019
Chapel Hill/North Carolina – Eine genomweite Assoziationsstudie, an der weltweit mehr als hundert Zentren beteiligt waren, hat acht Genvarianten gefunden, die laut den Ergebnissen in Nature Genetics
Genstudie: Ist Anorexia nervosa eine metabolisch-psychiatrische Erkrankung?
13. Mai 2019
Dresden – Die flächendeckende Beratung und Betreuung von Patienten mit Essstörungen verbessern will das „Netzwerk Essstörungen Sachsen“ (NESSA). Es gehört zum Zentrum für Essstörungen der Klinik für
Netzwerk Essstörungen Sachsen will flächendeckende Versorgung verbessern
6. Mai 2019
Fairfax/Virginia – Weibliche Jugendliche erkranken nach schweren und mit Antibiotika behandelten Infektionen häufiger an einer Essstörung. Dies kam in einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie in
Häufige Infektionen im Kindesalter könnten Essstörungen auslösen
19. Dezember 2018
Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen (NRW) will die Versorgung von Patienten mit Essstörungen verbessern und hat dazu ein Handlungskonzept entwickelt. Es soll neue Impulse für Prävention, Beratung und
Handlungskonzept soll Versorgung von Patienten mit Essstörungen in NRW verbessern
26. April 2018
Düsseldorf – Essstörungen wie Bulimie und Magersucht werden in vielen Teilen Deutschlands immer häufiger diagnostiziert. Ausnahmen machen nur die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Darauf hat
Essstörungen auf dem Vormarsch
6. Februar 2018
Berlin – Einen deutlichen Anstieg der Essstörungsdiagnosen unter den 6- bis 54-jährigen AOK-Versicherten meldet das Gesundheitswissenschaftliche Institut Nordost (GeWINO) der AOK Nordost. Im Jahr 2010
Diagnose „Essstörung“ hat deutlich zugenommen
8. Dezember 2017
Berlin – Früherkennung, Frühintervention und Forschung zu Essstörungen müssen dringend verstärkt gefördert werden. Das hat die Ärztliche Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER