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Wachstum bei Cannabisverordnungen geht zurück

Montag, 12. Februar 2018

/dpa

Frankfurt – Das Wachstum bei Cannabisverordnungen für gesetzlich Kranken­versicherte liegt im einstelligen Bereich. Das berichtet der Statistik­dienstleister IQVIA. Eine Ausnahme machte nur der September 2017 – hier lag das Wachstum bei elf Prozent. 

Im März 2017 ist das Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften in Kraft getreten. Seitdem haben schwer kranke Patienten unter bestimmten Voraus­setzungen einen Anspruch auf die Erstattung von Cannabismedikamenten. Im Frühjahr 2017 lag der Anstieg bei nahezu 30 Prozent. In den Folgemonaten hat sich dieser abgeschwächt: im Juli 2017 auf neun Prozent, im August auf fünf Prozent, im September auf die oben genannten elf und im Oktober 2017 wieder auf fünf Prozent.

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Probleme bei Lieferungen

IQVIA hat erfasst, wie viele GKV-Rezepte mit Cannabisverordnungen seit März 2017 als Fertig- oder Rezeptur-Arzneimittel sowie unverarbeitete Cannabisblüten abgerechnet wurden. Danach wurden fast jeden Monat mehr Rezepte für die mengenmäßig führenden Fertigarzneimittel abgerechnet. Auch für cannabishaltige Zubereitungen ist eine monatliche Zunahme der Rezepte festzustellen.

Bei unverarbeiteten Cannabisblüten zeigt sich die Entwicklung uneinheitlich: Nach einem stärkeren Zuwachs im Juli folgt eine leichte Zunahme im August, danach wieder ein größerer Anstieg im September und ein leichter Zuwachs im Oktober. „Möglicher­weise hängen diese Schwankungen mit den Liefermöglichkeiten zusammen“, hieß es aus dem Unternehmen.

Um Cannabispräparate zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) verordnen zu können, muss vorab ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden. Nach Begut­achtung durch den Medizinischen Dienst wird über die Bewilligung eines Antrags entschieden.

Das Unternehmen IQVIA verweist auf Expertenmeinungen, nach denen die Ablehnung eines Teils der Anträge durch die Krankenkassen ein Grund für die zurückhaltenden Steigerungsraten sein könnten. Außerdem könnten Lieferengpässe ein Grund für die abgeschwächte Entwicklung sein. © hil/aerzteblatt.de

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