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Das Risiko für einen Schlaganfall sinkt mit der Körpergröße

Donnerstag, 15. Februar 2018

Kleines Mädchen misst ihre Körpergröße /Konstantin Yuganov, stock.adobe.com
/Konstantin Yuganov, stock.adobe.com

Frederiksberg – Kinder, die etwas kleiner als der Durchschnitt sind, haben als Erwachsene ein erhöhtes Risiko für ischämische Schlaganfälle. Schon wenige Zentimeter reichen aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine prospektive Studie, die dänische Forscher vom Center for Clinical Research and Prevention am Bispebjerg und Frederiksberg Krankenhaus in Stroke publiziert haben (2018; doi: 10.1161/STROKEAHA.117.019880).

Line Klingen Gjærde und ihr Team untersuchten Daten von mehr als 300.000 dänischen Schulkindern im Alter von 7, 10 und 13, die zwischen 1930 und 1989 geboren wurden. Davon erlitten 10.412 einen ischämischen Schlaganfall (IS) und bei 2.546 wurde im Erwachsenenalter eine intrazerebrale Blutung diagnostiziert. Jungen und Mädchen, die 5 bis 8 cm kleiner waren als der alterstypische Durchschnitt, hatten ein um 11 %  bzw. 10 % erhöhtes Risiko für einen IS (Hazard Ratio = 0,89 bzw. 0,9). Das Risiko für Blutungen stieg hingegen nur bei Männern (HR = 0,89), nicht bei Frauen (HR = 0,97).

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Warum kleine Menschen häufiger einen Herzinfarkt erleiden

Leicester – Seit längerem ist bekannt, dass kleinere Menschen häufiger eine koronare Herzkrankheit (KHK) entwickeln als größere. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Eine genomweite Assoziationsstudie unternimmt im New England Journal of Medicine (2015; doi: 10.1056/NEJMoa1404881) einen Erklärungsversuch. Die inverse Korrelation zwischen Körpergröße und Herzinfarktrisiko war US-Kardiologen bereits

„Unsere Studie legt nahe, dass eine kleinere Körpergröße ein möglicher Marker für das Schlaganfallrisiko ist“, sagte Jennifer L. Baker von der Universität von Kopenhagen in Dänemark. Schon eine frühere Studie im International Journal of Epidemiology aus dem Jahr 2012 hatte den Zusammenhang diverser Krankheitsbilder und der Körpergröße analysiert. Hierbei stellte sich heraus, dass eine Größendifferenz von zusätzlichen 6,5 cm das Risiko, aufgrund eines Schlaganfalls zu sterben, um 6 % reduziert, Tod aufgrund einer intrazerebralen Blutung sank um 10 %. Aber schon viele Jahre zuvor war Forschern die inverse Korrelation zwischen Körpergröße und Herzinfarktrisiko aufgefallen.

Über die Ursachen können die Forscher nur mutmaßen. Die Körpergröße ist nicht nur genetisch bedingt. Auch die Ernährung sowohl der Mutter während der Schwanger­schaft als auch des Kindes spielen eine Rolle. Zudem beeinflussen Infektionen und psychischer Stress die Größe (Economics and Human Biology 2009). Abgesehen von der Genetik sind all diese Faktoren weitestgehend modifizierbar und könnten das Schlaganfallrisiko verändern.

© gie/aerzteblatt.de

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Avatar #720508
e.ne
am Samstag, 17. März 2018, 10:19

"Kleine Menschen ...." Das ist doch klar

Kleine Menschen werden häufiger übersehen. Selbst in Gaststätten/vor Theken ...
Nicht spontan ernst genommen. Frauen werden für "Kind"er gehalten ... egal wie alt sie sind ...
Als kleiner Mensch kann man Jahre/Jahrzehnte in einer fremden Stadt/im fremden Land herum laufen
und niemand will etwas von einem wissen. Dann bleibt u.U. nichts als "obdachlos" egal ob man das ist
oder nicht. - Da kann man schon Herzanfälle bekommen ...
Kohl/Herzog 50 dm kleiner - wären sehr wahrscheinlich nicht Bu-kanzler/Präsident geworden.
LNS

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