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Medizin

Verändertes Hautmikrobiom bei Neurodermitis

Dienstag, 13. Februar 2018

/dpa

Kiel – Patienten mit Neurodermitis haben im Vergleich zu gesunden Menschen ein deutlich verändertes und weniger vielfältiges bakterielles Besiedlungsmuster der Haut. Wie sich dieses verändert, wenn sich die Haut entzündet, berichten jetzt Wissen­schaftler des Exzellenzclusters Entzündungsforschung im Journal of Allergy and Clinical Immunology (2018; doi: 10.1016/j.jaci.2018.01.019).

Das Mikrobiom des Menschen – also die Gesamtheit der physiologischerweise vorkommenden Mikroorganismen, die den Menschen besiedeln – unterscheidet sich auf der Haut je nach Region, zum Beispiel zwischen Stirn und Fußsohle. Dies ist durch die jeweilige Umgebung bedingt, also unter anderem durch Feuchtigkeit, pH-Wert, Temperatur und Lipidgehalt der Haut.

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Untersuchungen ausgeweitet

Bislang war das Mikrobiom von Menschen mit Neurodermitis laut Arbeitsgruppe nur an den typischerweise betroffenen Körperstellen wie Kniekehlen und Armbeugen gut untersucht. Die aktuelle Studie zeigt, dass dort die für die Neurodermitis typischen Veränderungen des Hautmikrobioms zwar am deutlichsten ausgeprägt sind, aber auch nicht betroffene Hautareale typische Veränderungen aufweisen. Zu diesen Besonder­heiten zählen eine verminderte Vielfalt von Bakterien und eine unterschiedliche Zusammensetzung von Staphylokokken-Stämmen. 

„Die Diversität und der Anteil bestimmter Staphylokokken nimmt von gesunder über trockene zu entzündeter Haut sukkzessive ab, während bestimmte andere Stämme, insbesondere Staphilococcus aureus, immer mehr dominieren“, erläuterte Hansjörg Baurecht, Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe von Stephan Weidinger an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Standort Kiel.

Im Rahmen der Untersuchungen zeigte sich außerdem, dass die für Gesunde typischen körperstellenspezifischen Unterschiede im Hautmikrobiom auf akuten und chronischen Ekzemen von Neurodermitispatienten nicht mehr zu finden sind. „Die Entzündung verändert das Hautmikrobiom massiv, unabhängig von der Körperstelle. Das hatten wir in dem Ausmaß nicht erwartet“, so Baurecht.

Die Untersuchung vertieft laut der Arbeitsgruppe das Verständnis der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen Hautfunktion und bakterieller Besiedlung. „Das Besiedlungs­muster der Haut ist bei Patienten mit Neurodermitis generell verändert, und ist sowohl Ausdruck als auch Triggerfaktor der Entzündung und kann Ausgangspunkt für echte Infektionen sein“, sagte Stephan Weidinger, stellvertretender Direktor der Universitäts-Hautklink Kiel und Leiter der Abteilung für entzündliche Hautkrankheiten in Kiel. © hil/aerzteblatt.de

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