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Medizin

Zweisprachigkeit könnte Demenzsymptome teilweise kompensieren

Montag, 19. Februar 2018

/DragonImages, stockadobecom

Montreal – Das Sprechen von mehr als einer Sprache trägt zur Vermehrung der grauen Substanz im Gehirn bei und könnte Symptome bei leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) oder Alzheimerkrankheit verzögern. Das berichten Wissenschaftler der Concordia University, Montreal, Canada, in der Zeitschrift Neuropsychologia (2018; doi: 10.1016/j.neuropsychologia.2017.12.036).

Die Studie untersuchte MRT von teilnehmenden Patienten der Jewish General Hospital Memory Clinic in Montreal. Die Stichprobe umfasste 34 einsprachige MCI-Patienten, 34 mehrsprachige MCI-Patienten, 13 einsprachige und 13 mehrsprachige Alzheimer­patienten.

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„Wir bestimmten kortikale Dicke und Gewebedichte bei ein- und mehrsprachigen MCI- und Alzheimerpatienten“, berichtet die Erstautorin Hilary Duncan. In Bereichen, die mit Sprache und kognitiver Kontrolle in Zusammenhang stehen, hatten sowohl mehr­sprachige MCI- als auch AD-Patienten einen dickeren Kortex als die einsprachigen Patienten, so ihre Ergebnisse.

Außerdem zeigten mehrsprachige Patienten eine Korrelation zwischen der kortikalen Dicke in den Bereichen, die mit Sprache und kognitiver Kontrolle in Zusammenhang stehen, und der Leistung bei episodischen Gedächtnisaufgaben.

„Unsere neue Studie trägt zur Hypothese bei, dass 2 Sprachen spezifische Hirnregionen trainieren und die kortikale Dicke und die Dichte der grauen Substanz erhöhen können“, sagte Natalie Phillips von der Concordia University. Die Studie deute darauf hin, dass mehrsprachige Menschen in der Lage seien, den Alzheimer-assoziierten Verlust von Gewebe zu kompensieren, indem sie auf alternative Netzwerke oder andere Hirnregionen für die Verarbeitung des Gedächtnisses zugriffen. „Das Sprechen von mehr als einer Sprache könnte einer von mehreren Lifestyle-Faktoren sei, die zur kognitiven Reserve beitragen“, so ihr Fazit.  © hil/aerzteblatt.de

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