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Politik

Managementexperte fordert mehr Hilfe zur Selbsthilfe in der Pflege

Dienstag, 13. Februar 2018

München – Eine Wende zu mehr Hilfe zur Selbsthilfe in der Pflege fordert der Mannheimer Managementforscher Winfried Weber. Die derzeitige Entwicklung im Pflegebereich laufe „auf die Entmündigung“ älterer Menschen hinaus, schreibt der Professor an der Hochschule Mannheim in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung.

Ziel müsse es stattdessen sein, die Selbsthilfekräfte der Älteren zu stärken. „Wenn möglichst viele Ältere sich auf ihre Stärken besinnen und ihr Sozialraum intakt bleibt, kann der Pflegenotstand verhindert werden.“

Weber verweist als positives Beispiel auf die Pflegeorganisation Buurtzorg in den Niederlanden, ein 2007 gegründetes Start-up mit heute 10.000 Krankenschwestern und 960 sich selbst organisierenden Teams, das inzwischen Marktführer geworden sei.

Die Organisation schaffe mit ihren ambulanten Pflegeleistungen Bedingungen dafür, dass Krankenschwestern sich selbst managen könnten und sich als präventive Gesundheitscoaches verstünden. Sie sorge dafür, dass die Personal- und Wissens­ressourcen in hohem Maß für direkte Patientenkontakte und direkte Hilfen zur Verfügung stünden. Vorhandene Ressourcen bei Pflegebedürftigen und ihrem sozialen Umfeld würden weitestgehend genutzt.

Das gegenwärtige Pflegesystem in Deutschland mit seiner Konzentration auf stationäre Pflege rutscht nach Darstellung des Wissenschaftlers in ein Desaster. Belobigt würden nicht Gesundheit, Selbsthilfe und Prävention. „Belohnt wird das, was Ökonomen kalku­lieren können und in ihr Denkmuster passt: Serienfertigung, Größenvorteile (...), Hierarchie, Standards und Kennzahlen“. © kna/aerzteblatt.de

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