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Ärzteschaft

Fachgesellschaft regt Bauchaorten­aneurysma-Screening für Frauen an

Dienstag, 13. Februar 2018

/sudok1, stockadobecom

Berlin – Seit Jahresbeginn haben gesetzlich krankenversicherte Männer ab 65 Jahren Anspruch auf ein einmaliges Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaor­tenaneurysmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) begrüßt diese Entscheidung, fordert jedoch erneut, auch Frauen sowie Patienten ab 55 Jahren mit einem besonderen Risikoprofil wie etwa Diabetes oder Rauchen einzu­beziehen.

Das Gefährlichste am Bauchaortenaneurysma ist laut DEGUM, dass es vom Patienten meistens nicht bemerkt wird. Durch Größenzunahme der Bauchaorta können vor allem Rückenschmerzen auftreten. Häufig führt dies zu Beschwerden im Bereich der Wirbel­säule oder der Nieren. In den Fällen, in denen ein Bauchaortenaneurysma platzt, wird vom Patienten ein unerträglicher Bauchschmerz mit Ausstrahlung in den Rücken, Übelkeit und Brechreiz bemerkt. Durch die innere Blutung kommt es zu einer lebensbedrohlichen Situation, so die DEGUM.

Vier bis acht Prozent aller Männer über 65 Jahren erkranken an einem Bauchaorten­aneurysma, nur etwa zehn Prozent der Patienten mit einem Riss in der Bauchaorta kommen lebend im Krankenhaus an. Durch das neue Früherkennungsangebot wollen Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) gegensteuern. Das Ultraschallscreening soll im Rahmen der Gesundheits­untersuchung „Check-up 35“ stattfinden und dazu beitragen, drohende Bauchaorten­aneurysmen bei älteren Männern rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Nach Ansicht der DEGUM sollte mehr Menschen in den Genuss dieses Früherkennungs­angebot kommen. „Es wäre insgesamt ratsam, Patienten mit einem besonderen Risikoprofil – beispielsweise bei Diabetes, Bluthochdruck, einer Fettstoffwechseler­krankung sowie starke Raucher ab dem 55. Lebensjahr – in das Vorsorgescreening einzuschließen“, plädierte Thomas Fischer, Leiter des Interdisziplinären Ultraschall-Zentrums des Instituts für Radiologie am Campus Charité Berlin-Mitte. Auch Patientinnen mit erhöhtem Risiko wie Arteriosklerose könnten nach Ansicht der DEGUM davon profitieren. © hil/sb/aerzteblatt.de

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