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Apothekerin weist in Prozess Korruptionsvorwürfe zurück

Dienstag, 13. Februar 2018

/dpa

Berlin – Gegen einen früheren Oberarzt einer Berliner Uniklinik und eine Apothekerin hat ein Prozess um Korruption begonnen. Der 60-jährige Mediziner soll jahrelang Rezepte für Krebspräparate der 67-jährigen Pharmazeutin zugewiesen und im Gegenzug elektronische Geräte im Wert von knapp 30.000 Euro für seine Facham­bulanz erhalten haben.

Die Apothekerin wies den Vorwurf der Bestechung zu Prozessbeginn zurück. Es habe keine illegalen Absprachen gegeben, erklärte sie heute vor dem Landgericht Berlin. Sie habe Geräte wie Drucker oder Scanner gespendet, aber ohne Gegenleistung.

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Zu den mutmaßlichen Taten soll es laut Anklage in der Zeit von 2009 bis 2012 ge­kommen sein. Der Apotheke im Stadtteil Prenzlauer Berg sollen etwa 5.000 Rezepte mit einem Umsatzvolumen von mehr als 3,7 Millionen Euro zugeschanzt worden sein. Das habe der Geschäftsfrau einen Vorteil von 400.000 Euro eingebracht.

Der damalige Arzt einer Berliner Universitätsklinik, der eine onkologische Ambulanz leitete, soll die Herkunft der Geräte verschwiegen haben. „Entgegen der Drittmittel­satzung der Klinik stellte er zudem selbst Spendenbescheinigungen aus, so die Anklage.

Die Pharmazeutin sagte, ihre Apotheke sei auf die Herstellung onkologischer Fertig­arzneimittel spezialisiert gewesen. Sie habe die Ambulanz seit Ende der 1990er Jahre beliefert – „ohne große Gewinne“. Weil die Ambulanz technisch schlecht ausgerüstet war, habe sie helfen wollen. Sie sei davon ausgegangen, dass alles ordnungsgemäß verbucht werde. Der Arzt will sich am 15. Februar zu den Vorwürfen äußern.

© dpa/aerzteblatt.de

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