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Ausland

„Exit“ verzeichnet Anstieg bei Freitodbegleitung

Dienstag, 13. Februar 2018

Zürich – Die Schweizer Sterbehilfeorganisation „Exit“ verzeichnet für ihre Aktivitäten in der Deutschschweiz und im Tessin einen leichten Anstieg bei der Freitodbegleitung. Im vergangenen Jahr war dies bei 734 Personen der Fall, wie „Exit“ heute in Zürich mit­teilte. Das waren elf mehr als im Jahr zuvor. Die Zahlen für die Westschweiz werden Ende April veröffentlicht, hieß es. Exit Westschweiz arbeitet unabhängig von der Deutschschweiz.

Die Zahl der Mitglieder wurde von „Exit“ Deutschschweiz auf über 110.000 Personen beziffert. Im vergangenen Jahr hätten die Verantwortlichen 3.500 Anfragen für Freitodbegleitung erhalten. Bei 1.031 Mitgliedern wurden den Angaben zufolge „Abklärungen für eine mitmenschliche Begleitung beim Freitod“ getroffen. 734 Menschen hätten schließlich das rezeptpflichtige Mittel Natrium-Pentobarbital erhalten, das den Tod herbeiführt.

Vergangenes Jahr nahmen mehr Frauen (60 Prozent) als Männer (40 Prozent) die „Begleitung“ durch die Organisation in Anspruch. Der Altersdurchschnitt lag bei 78,1 Jahren. Die häufigsten Grunddiagnosen der Sterbenden waren Krebs im Endstadium (39 Prozent) gefolgt von altersbedingten schweren Mehrfacherkrankungen (25 Prozent) und chronischen Schmerzerkrankungen (sieben Prozent).

In der Schweiz ist es legal, anderen Menschen Mittel zum Suizid zur Verfügung zu stellen und sie zu begleiten, sofern der Helfer nicht persönlich vom Tod des Patienten profitiert. Sterbehilfeorganisationen bieten Beihilfe zur Selbsttötung an. In Deutschland untersagte der Bundestag 2015 jede Form organisierter Suizidbeihilfe etwa durch Sterbehilfevereine. Das Gesetz wird derzeit vor dem Bundesverfassungs­gericht angefochten; ein Urteil wird in diesem Jahr erwartet. © kna/aerzteblatt.de

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