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Politik

Keine Einigkeit bei Landarztquote in Niedersachsen

Mittwoch, 14. Februar 2018

Hannover – Die SPD in Niedersachsen will eine Landarztquote einführen. Das hatten zuletzt Ministerpräsident Stephan Weil und Sozial- und Ge­sund­heits­mi­nis­terin Carola Reimann betont. Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hält hingegen nichts von einer Quote für Landärzte, wie er nach einem Treffen mit der Ärztekammer Nieder­sachsen erklärte.

„Zu erwarten, dass sich junge Menschen gleich zu Beginn ihres Medizinstudiums – in der Regel ohne Praxiserfahrung – für zehn Jahre auf eine Fachrichtung und damit letztlich auch auf ein bestimmtes persönliches Umfeld festlegen, halte ich für fernab jeder Lebensrealität“, sagte der CDU-Politiker gestern. Am Montag hatte er sich zu einem Gespräch mit Vertretern der niedersächsischen Ärztekammer getroffen. Aus Sicht von Thümler ist es zielführender, Anreize zu schaffen, damit sich die Studenten freiwillig für eine Tätigkeit als Hausarzt auf dem Land entscheiden.

Teil des „Masterplans Medizinstudium 2020“

Weil hatte im vergangenen Jahr betont, es gehe bei der Quote darum, dass ein Teil der Studienplätze an Studierende vergeben werde, die sich verpflichten, nach dem Examen Landarzt zu werden. Die Quote ist Teil des „Masterplans Medizinstudium 2020“, auf den sich Bund und Länder schon im Frühjahr vergangenen Jahres geeinigt hatten.

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Um dem Ärztemangel auf dem Land entgegenzuwirken, hatte die rot-schwarze Landesregierung in Niedersachsen in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Anzahl der Medizinstudienplätze in Niedersachsen deutlich zu erhöhen. Geplant ist nach Angaben von Thümler bereits, die derzeitigen Teilzeitstudienplätze an der Universitätsmedizin Göttingen zur Vollzeitplätzen aufzustocken. Zudem wird die European Medical School in Oldenburg ausgebaut. Damit würden in den kommenden Jahren rund 200 neue Plätze geschaffen.

Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker begrüßte das Vorhaben von Thümler und der Landesregierung, die Zahl der Studienplätze zu erhöhen. „Ich freue mich, dass unsere Forderung nach deutlich mehr Medizinstudienplätzen so konstruktiv und zügig aufgegriffen wird“, sagte sie. Wenker sagte zudem zu, die Landesregierung auch in anderen Fragen der künftigen Ärzteversorgung in einem Flächenland fachlich zu unterstützen. Man wollle insbesondere bei den Themen Patientensicherheit und Qualität der künftigen ärztlichen Versorgung ein starker und konstruktiver Partner bleiben. © dpa/aerzteblatt.de

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