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Sachverständigenrat will Gutachten zur sektor­übergreifenden Vergütung im Sommer vorlegen

Mittwoch, 14. Februar 2018

/Bacho Foto, stockadobecom

Berlin – Der Sachverständigenrat (SVR) zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen arbeitet an einem Gutachten zur Weiterentwicklung der sektorenübergreifenden Vergütung. Wie das Deutsche Ärzteblatt (DÄ) aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, will der Rat das Gutachten im Sommer in der ersten Juliwoche vorstellen.

Details wurden noch nicht bekannt. Allerdings hat das SVR-Mitglied Jonas Schreyögg von der Universität Hamburg vor Kurzem Vorschläge für eine Mischvergütung für ausgewählte ambulant erbringbare Leistungen gemacht. „Zur Förderung der Ambulantisierung erscheint es sinnvoll, den Katalog von ambulant erbringbaren Prozeduren/Operationen gemäß § 115b SGB V um bereits in anderen Ländern regelmäßig ambulant erbrachte Leistungen zu erweitern“, schrieb Schreyögg im AOK-Krankenhaus-Report 2016.

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Mischvergütung möglich

„Für diese Leistungen könnte dann – abweichend vom G-DRG-System – eine Mischvergütung von EBM und DRGs kalkuliert werden. Diese Mischvergütung sollte mit einer vollständigen Öffnung des Wettbewerbs zur Erbringung dieser Leistungen zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern verbunden sein, das heißt, beispielsweise sollten nicht vorhandene Ermächtigungen kein Hindernis darstellen.“

Schreyögg schlägt weiterhin vor, dass die Vergütungssätze für alle Leistungserbringer oberhalb des derzeitigen EBM-Satzes liegen sollten, damit auch die Krankenhäuser die Möglichkeit zu einer kostendeckenden Leistungserbringung hätten und der Anreiz zu ambulanter Erbringung steige.

Dem aktuellen Koalitionsvertrag zufolge steht das Thema auch bei Union und SPD hoch im Kurs. Sie wollen eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe einrichten, die unter anderem Vorschläge zur Weiterentwicklung der sektorenübergreifenden Vergütung erarbeiten soll.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) macht hingegen schon jetzt deutlich, dass sie eine Angleichung von ambulanten und stationären Vergütungssystemen, wie sie im Vorfeld der Koalitionsvereinbarung von Union und SPD diskutiert worden war, ablehnt. „Stationäre Leistungen sind aufgrund der völlig unterschiedlichen personellen, apparativen, baulichen Vorhaltungen auch immer unterschiedlich zu ambulanten Leistungen zu vergüten“, heißt es auf Anfrage des von der DKG. Eine echte „Zusammenführung“ sei zudem technisch nicht möglich.

„Für tatsächlich sektorenübergreifende Vergütungssysteme sind stark pauschalierende Entgelte für einen entsprechend großen ‚Patientenpool‘ erforderlich (zum Beispiel ein jährlicher Pauschalbetrag pro Patient), für die ein entsprechender ordnungspolitischer Rahmen festzulegen ist und die von Grund auf neu zu erarbeiten sind“, erklärte die DKG. Die Vor- und Nachteile eines solchen Systems ergäben sich aus dem hohen Pauschalierungsgrad. Dabei sei zu beachten, dass die Leistungserbringer gleichmäßig sektorenübergreifend arbeiten müssten – ansonsten müsse die Pauschale wieder durch Einzelverträge zwischen den Leistungserbringern verteilt werden. © fos/aerzteblatt.de

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