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Verkaufszahlen homöopathischer Mittel sinken

Donnerstag, 15. Februar 2018

/froto, stockadobecom

Karlsruhe – Noch vor wenigen Jahren boomte der mehr als 600 Millionen Euro schwere Homöopathie-Markt in Deutschland, doch nach aktuellen Zahlen gingen die Verkäufe 2017 deutlich zurück. Das erklärte das Marktforschungsunternehmen IQVIA. Demnach gingen 2017 nach eigenen Hochrechnungen zwar immer noch mehr als 53 Millionen Packungen homöopathischer Präparate über die Verkaufstische deutscher Apotheken. Allerdings ist das ein Minus von gut zwei Millionen Packungen oder rund 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Dabei kauften nicht nur die Patienten selbst deutlich weniger Homöopathika, auch Ärzte verordneten die Präparate seltener auf Rezept, so IQVIA. Bei Kassenpatienten sank die Zahl der auf Kosten der gesetzlichen Versicherungen abgegebenen Packungen um gut 14 Prozent, bei Privatversicherten um rund sieben Prozent.

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Weniger Umsatz

Auch beim erzielten Umsatz sieht es für die Hersteller nicht mehr ganz so rosig aus. Nach teils zweistelligem Wachstum wuchsen die Einnahmen zwar nach den offiziellen Preisangaben noch in geringem Maße. Doch viele Apotheken gewähren ihren Kunden für rezeptfreie Arzneimittel Rabatte. Nach Zahlen des Marktforschungsinstituts Insight Health, welches dies berücksichtigt, sanken die Umsätze 2017 um 0,3 Prozent auf 608 Millionen Euro.

Die Absatzzahlen der zehn meistverkauften homöopathischen Präparate seien „alle am Sinken“, erklärte ein Sprecher von Insight Health. „Das große Wachstum bei Homöo­pathika ist erstmal vorbei.“ Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) erklärte auf Nachfrage, er könne angesichts der aktuellen Zahlen „keine Aussage bezüglich einer Trendwende zur Akzeptanz und Anwendung homöopathischer Arzneimittel treffen“. Zahlen für 2017 habe der Bund Deutscher Heilpraktiker „noch nicht verarbeitet“, hieß es vom Bund Deutscher Heilpraktiker.

Ein Grund für ein abnehmendes Interesse an homöopathischen Mitteln könnte die Diskussion um die fehlende Wirksamkeit der Präparate sein. Während Krankenkassen eigentlich nur die Kosten anerkannt wirksamer Behandlungen erstatten dürfen, gibt es für die Homöopathie und ähnliche Therapierichtungen gesetzliche Sonderregeln. Anders als bei Arzneimitteln üblicherweise erforderlich wird ihre Wirksamkeit nicht in anspruchsvollen Studien geprüft.

Dies steht schon lange in der Kritik. Laut Jürgen Windeler vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) glauben auch die Krankenkassen, die die Kosten erstatten, selbst nicht an den Nutzen von Homöopathika. Vielmehr nutzten sie die Homöopathie, um Kunden zu binden. „Der fehlende Nutzen ist vielfach nachgewiesen“, erklärte Windeler im vergangenen Jahr. „Da kann man die Bücher drüber schließen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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WFunk
am Freitag, 16. Februar 2018, 09:34

Fehlender Nutzen?

Herr Windeler vom IQWiG verwechselt mehreres: Die bekannte und physikalisch leicht erklärbare fehlende Wirkung von Homöopathika sagt nichts über den Nutzen ärztlich-homöopathischer Behandlung. Zu der neben dem viel wesentlicheren, am Arzneimittelbild orientierten Gespräch und der Empathie auch die "Placebo-Zuckerkügelchen" einen wissenschaftlich gut untersuchten Beitrag liefern. Primum nihil nocere, solle man den Allopathika-Gläubigen öfter mal zurufen!
LNS

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