NewsVermischtesImmer mehr Vierfach-Grippe­impfungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Immer mehr Vierfach-Grippe­impfungen

Mittwoch, 14. Februar 2018

/dpa

Frankfurt/Köln – In den vergangenen drei Jahren haben immer mehr Menschen den Vierfach-Grippeschutzimpfstoff erhalten. Das geht aus Analysen des Statistikdienstleisters IQVIA hervor. Demnach stieg der Anteil der Vierfach-Vakzine von 2,1 Prozent an allen Impfungen (284.000 Impfdosen) im Jahr 2015 auf 9,6 Prozent (1,3 Millionen Impfdosen) im vergangenen Jahr.

Dabei lag der Anteil der Vierfach-Vakzine bei der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) beziehungsweise auf Privatrezepten schon 2015 mehr als doppelt so hoch (15 Prozent) wie bei der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) im vergangenen Jahr (sechs Prozent). 2017 belief sich der Anteil quadrivalenter Impfstoffe bei PKV und Privatrezepten auf 44 Prozent, also fast das Fünffache wie bei der GKV. Allerdings lässt sich laut IQVIA bei PKV- und Privatrezepten nicht zwischen Kassen- und Selbstzahlerleistung unterscheiden, bei der GKV stellten quadrivalente Impfstoffe bisher im Regelfall keine Kassenleistung dar.

Anzeige

Unterdessen hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) erneut vor der aktuellen Grippewelle gewarnt. „Wir stehen machtlos vor einem riesigen Problem“, erklärte BVKJ-Präventionsexperte Josef Kahl. Die Dreifachimpfung wirke nicht ausreichend gegen den aktuellen Erreger, könne also nicht alle Kinder und Jugendliche ausreichend schützen. Denn besonders verbreitet seien in diesem Winter Influenzaviren des eher seltenen Typs B der Yamagata-Linie.

„Die Praxen sind seit Tagen überlaufen, wir arbeiten am Limit“, sagte der Mediziner. Deshalb fordert der Verband, vor allem chronisch kranke und behinderte Kinder nun noch so schnell wie möglich mit dem Vierfachimpfstoff zu impfen.

Kürzlich hatte die Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (STIKO) einen Vierfachschutz bei der Grippeimpfung empfohlen. Ob diese nun in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen wird, muss der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) entscheiden. Viele Krankenkassen haben bereits angekündigt, die Kosten ab sofort für den Vierfachgrippeimpfstoff zu tragen. © hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #687997
Pro-Natur
am Donnerstag, 15. Februar 2018, 11:02

Inflammatory responses to trivalent influenza virus vaccine among pregnant women

Welche Entzündungsantwort mag die vierfache Grippeimpfung auslösen und ist das überhaupt sinnvoll? https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21945263
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Mittwoch, 14. Februar 2018, 23:02

Die wirklich interessante Frage

ist die Frage ob es ein Zufall ist, das derzeit genau der Stamm vorherrscht, der den Unterschied zwischen 3- und 4-fach Impfung ausmacht.
https://influenza.rki.de/Diagrams.aspx?agiRegion=0
Wenn es ein europäisches Land gibt, wo nur die 4-fach Impfung empfohlen wäre, dann wäre das Verteilungsmuster der dortigen Influenzaviren hochinteressant.
LNS

Nachrichten zum Thema

21. Juni 2019
Washington – Eine Impfung schützt nicht nur vor den Symptomen und Komplikationen einer Masernerkrankung. In Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen war in einer Langzeitstudie in Vaccine (2019;
Masernimpfung verbesserte in Langzeitstudie körperliche und kognitive Entwicklung in ärmeren Ländern
19. Juni 2019
London – Viele Europäer haben einer Umfrage zufolge ein großes Misstrauen gegen Impfungen. Nach den Daten der britischen Stiftung Wellcome Trust empfinden in Westeuropa lediglich 59 Prozent der
Umfrage zeigt Vertrauenskrise bei Impfungen in Westeuropa
14. Juni 2019
Berlin – Dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gehen die Pläne von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), eine Impfpflicht gegen Masern einzuführen, nicht weit genug. Wünschenswert
Kinder- und Jugendärzte erneuern Forderung nach umfassender Impfpflicht
14. Juni 2019
Ann Arbor/Michigan – Gegen Rotaviren geimpfte Kinder erkranken in den USA möglicherweise seltener an einem Typ-1-Diabetes. Darauf deutet eine Analyse von Versichertendaten in Scientific Reports (2019;
USA: Weniger Neuerkrankungen am Typ-1-Diabetes seit Einführung der Rotavirusimpfung
7. Juni 2019
Köln – Ein schriftlicher Impfaufruf an chronisch nierenerkrankte Patienten durch den behandelnden Arzt ist wirksam und sorgt für eine Steigerung der Influenzaimpfquote. Diese Maßnahme erwies sich im
Schriftlicher Impfaufruf durch den Arzt kann Impfquote erhöhen
6. Juni 2019
Potsdam – Wissenschaftler des Max-Planck-Institut (MPI) für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam haben Nanopartikel so weiterentwickelt, dass Immunzellen der Haut – die Langerhanszellen –
Nanopartikel machen Impfungen über die Haut möglich
4. Juni 2019
Hamburg – Bei der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz (GMK) in Leipzig will sich Hamburg unter anderem für weniger Zucker in Lebensmitteln und eine bundesweit geltende Masernimpfpflicht stark machen. Vor der
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER