NewsAuslandWHO kritisiert zu häufigen Einsatz von Wehenmitteln bei Geburten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

WHO kritisiert zu häufigen Einsatz von Wehenmitteln bei Geburten

Donnerstag, 15. Februar 2018

/dpa

Genf – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat den Trend zu immer mehr medizinischen Interventionen während der Geburt kritisiert. In vielen Fällen sei das überflüssig und könne Mutter oder Kind gefährden, teilte die Organisation heute in Genf mit. Sie wandte sich etwa gegen den immer häufigeren Einsatz von Wehenmitteln zur Beschleunigung der Geburt. Bei den meisten der 140 Millionen Geburten pro Jahr weltweit sei das nicht nötig.

„Wenn die Wehen sich normal entwickeln und Mutter und Kind bei guter Gesundheit sind, sind Interventionen, um die Geburt zu beschleunigen, nicht nötig“, sagte Princess Nothemba Simelela, Leiterin der WHO-Abteilung Familien, Frauen, Kinder und Jugendliche. Die WHO hat deshalb neue Richtlinien für Geburten herausgegeben. Nicht das Krankenhaus, die Ärztin oder Hebamme sollten allein die Schritte der Geburt bestimmen. Die Frauen müssten stets einbezogen werden.

Anzeige

56 Empfehlungen erarbeitet

Die WHO gibt in ihren neuen Richtlinien 56 Empfehlungen. Darin wirft sie die Faustregel über Bord, dass sich der Muttermund nach normaler Schwangerschaft bei Einsetzen der Wehen etwa einen Zentimeter pro Stunde öffnen sollte. Für manche Frauen sei das unrealistisch. Eine langsamere Öffnung allein deute nicht automatisch darauf hin, dass es bei der Geburt Komplikationen gebe und Interventionen nötig seien.

Auch der Anschluss an einen Wehenschreiber sei normalerweise nicht nötig, ebenso wenig das Rasieren der Schamhaare. Die WHO rät von einem Dammschnitt als Routineeingriff ab. Babys müssten nicht automatisch Mund und Nase ausgesaugt werden, wenn sie auch allein anfingen zu atmen.

In Ländern mit knappen Gesundheitsressourcen sei es wichtig, das vorhandene Geld für den Ausbau der Gesundheitsbetreuung für alle Schwangeren zu nutzen. Jeden Tag sterben nach Angaben der WHO weltweit 830 Frauen bei der Geburt. Die meisten Todesfälle könnten durch gute Vorsorge und Betreuung bei der Geburt verhindert werden. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Februar 2019
Düsseldorf – Frauenärzte empfehlen schwangeren Frauen ohne bestehenden Schutz eine Impfung gegen Keuchhusten. Das teilte die Arbeitsgemeinschaft Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte am Mittwoch
Frauenärzte raten Schwangeren zur Keuchhustenimpfung
21. Februar 2019
München – Frauen, die schwanger werden wollen oder schwanger werden könnten, sollten sich folatreich ernähren und zusätzlich ein Folsäurepräparat einnehmen. Das empfiehlt die Stiftung
Stiftung Kindergesundheit empfiehlt Folsäure schon in der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft
20. Februar 2019
Stuttgart – Auf die hochwertige geburtsärztliche Versorgung in Baden-Württemberg haben Politik und Ärzteschaft des Bundeslandes hingewiesen. „Die Geburtshilfe in Baden-Württemberg in Zusammenarbeit
Geburtshilfe in Baden-Württemberg gut ausgebaut
20. Februar 2019
Montreal – Die Einnahme von Fluconazol, das in Tierexperimenten embryotoxisch ist, erhöhte einer aktuellen Fall-Kontroll-Studie nicht nur das Risiko von Fehlgeburten. Eine hochdosierte Gabe in der
Orales Fluconazol: Bereits niedrige Dosis erhöht Risiko auf Fehlgeburten und Fehlbildungen
19. Februar 2019
München – Beratungen im Rahmen der Routinevorsorge können Schwangere zwar zu einem gesünderen Lebensstil anregen, aber nicht verhindern, dass sie übermäßig an Gewicht zunehmen. Das berichten
Übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft durch Beratung kaum zu bremsen
14. Februar 2019
Portland/Ohio – Depressionen, unter denen während und nach der Schwangerschaft 1 von 7 Frauen leidet, lassen sich durch psychologische Behandlungen häufig verhindern. Zu dieser Einschätzung gelangt
US-Empfehlung: Wie perinatale Depressionen verhindert werden können
7. Februar 2019
Stuttgart – Das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart hat gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau den Leitfaden „Mutterschutz im Krankenhaus“ aktualisiert.
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER