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Ärzteschaft

Telemedizinisches Coachingprojekt gestartet

Freitag, 16. Februar 2018

/Gina Sanders, stock.adobe.com

Düsseldorf – AOK Rheinland/Hamburg, Deutsches Institut für Telemedizin und Gesund­heits­förder­ung (DITG) und Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) haben jetzt ein gemeinsames telemedizinisches Coachingprojekt gestartet. Ziel des Telemedizinischen Lebensstil-Interventions-Programms (TeLiPro) ist es, Typ-2-Diabetiker individuell zu begleiten, eine gesunde Lebensweise zu fördern und sie zu Experten für die eigene Gesundheit zu machen.

Den Initiatoren zufolge leiden etwa sieben Millionen Erwachsene in Deutschland an Diabetes mellitus, davon 95 Prozent an Typ-2-Diabetes. Weniger Stress, eine ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung – mit diesen Faktoren könnten Patienten ihre Gesundheit positiv beeinflussen, wie es hieß.

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Diabetes ist keine Einbahnstraße

„Genau hier setzt TeLIPro an“, sagte Stephan Martin, Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) und beratender Diabetologe im Projekt. Diabetes sei keine Einbahnstraße. „Im besten Fall können Patienten durch eine Gewichtsabnahme und die Veränderung ihrer Ernährungs- und Bewegungs­gewohnheiten auf Antidiabetika, wie etwa Insulin, verzichten beziehungsweise die tägliche Medikamentendosis kann deutlich reduziert werden“, so Martin.

Deshalb erhalten die Teilnehmer des Projektes zusätzlich zur üblichen Versorgung durch den behandelnden Arzt ein individuelles telefonisches Gesundheitscoaching. Die speziell im Bereich Diabetes und Motivation ausgebildeten Berater legen gemeinsam mit den Patienten individuelle Ziele fest und begleiten sie über die Programmlaufzeit von zwölf Monaten. In den Gesprächen unterstützen die Coaches die Diabetespatienten dabei, ihr Ess- und Bewegungsverhalten dauerhaft zu verändern. Es geht aber auch um die Förderung der Gesundheitskompetenz.

„Unser Projekt unterstützt und ermutigt Patienten, den Krankheitsverlauf selbst positiv zu beeinflussen“, erklärte Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg. Ein zusätzlicher Motivationsfaktor seien die telemedizinischen Messgeräte. So erhalten alle Teilnehmer ein Blutzuckermessgerät, eine Waage und einen Schrittzähler, um krankheits- und lebensstilrelevante Werte im Blick zu behalten sowie einen Zugang zum DITG-Online-Portal. Hier können sie ihre Werte verfolgen und sich mit anderen Betroffenen austauschen.

„Wir wollen auch die Patienten zum Mitmachen ermutigen, die sonst nur schwer erreicht werden können“, verwies Wältermann. Ziel sei es, die erfolgreichen Disease-Management-Programme zur Begleitung chronisch erkrankter Menschen patienten­orientiert und zielgruppenspezifisch weiterzuentwickeln. „Innovationsprojekte wie TeLIPro sind eine Blaupause dafür“, sagte der Vorstandschef.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) und das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav). TeLIPro wird mit rund 1,9 Millionen Euro aus Mitteln des Innovationsfonds gefördert. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #539999
klausenwächter
am Samstag, 17. Februar 2018, 18:13

Semantische Irreführung

Hier wird die telemedizinische Patientenberatung ohne Kontakt irreführend als "Nachhilfe" verpackt.
LNS

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