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Politik

Scharfe Kritik an „Kinderwunschtagen“ zur Reproduktionsmedizin

Freitag, 16. Februar 2018

Berlin – Die Unionsbundestagsfraktion und der Verein Spenderkinder haben deutliche Kritik an den Zweiten „Berliner Kinderwunschtagen“ geübt. Der familienpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Marcus Weinberg (CDU), warnte heute in Berlin davor, Kinder zu geschäftsobjekten zu machen.

Er kritisierte reproduktionsmedizinische Angebote, die nach deutschem Recht verboten sind. Zu den in Deutschland untersagten Behandlungen gehören die Leihmutterschaft, Eizell- oder kombinierte Eizell- und Samenspenden oder bestimmte Screenings von Embryonen durch die Präimplantationsdiagnostik.

Er verstehe, „dass ungewollte Kinderlosigkeit als sehr schmerzhaft empfunden werden könne“, so Weinberg. „Es gibt aber kein Recht auf ein Kind, schon gar nicht ein Recht auf ein Kind auf Bestellung“. Dabei würden die kindlichen Bedürfnisse und die kindliche Perspektive unter den Tisch gekehrt und schön geredet. Es widerspreche der Menschenwürde, Dritte zur eigenen Wunscherfüllung zu instrumentalisieren, so Weinberg. 

Der Verein Spenderkinder nannte es „äußerst bedenklich“, dass auf der Veranstaltung Methoden angeboten würden, „die gegen die deutsche Rechtslage verstoßen“. „Die Werbeveranstaltung verletzt massiv die Rechte und Bedürfnisse der durch anonyme Keimzellspenden entstehenden Menschen und nutzt die Notlage von Wunscheltern aus“, beklagte der Vizevorsitzende des Vereins Spenderkinder, Sven Riesel, auf Anfrage. Das gelte besonders, wenn Samenbanken ausdrücklich anonyme Spenden anböten. Das widerspreche dem vom Bundesverfassungsgericht bestätigten und vom Gesetzgeber geregelten Recht des Kindes auf Kenntnis der Abstammung. © kna/aerzteblatt.de

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