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Ausland

Oxfam will sexuelle Ausbeutung mit Aktionsplan stärker bekämpfen

Freitag, 16. Februar 2018

London/Berlin – Mit einem umfassenden Aktionsplan will die Hilfsorganisation Oxfam in Zukunft sexuelle Ausbeutung durch ihre Mitarbeiter vermeiden. So wird künftig eine unabhängige Untersuchungskommission Vorwürfen zu solchen Übergriffen nachgehen.

„Ich lade wirklich jeden, der in unserer Organisation das Opfer von Missbrauch wurde, dazu ein, sich zu melden“, sagte die Geschäftsführerin von Oxfam International, Winnie Byanyima, heute dem britischen Sender BBC. „Ich bitte aus tiefem Herzen um Vergebung“, betonte die gebürtige Uganderin mit Blick auf die Opfer.

Sechs Monate nach der Zusammenstellung soll diese Kommission einen ersten Bericht vorlegen, sagte die Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, Marion Lieser, in Berlin. Damit reagiert die Hilfsorganisation auf Informationen über sexuelle Übergriffe einiger Mitarbeiter.

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Die Debatte war durch Berichte über Sexpartys von Oxfam-Mitarbeitern mit Prostituierten 2011 in Haiti und 2006 im Tschad losgetreten worden. Die britische Vizechefin Penny Lawrence trat daraufhin zurück. Eine frühere Oxfam-Managerin hatte zudem berichtet, dass Männer Sex von Frauen als Gegenleistung für Hilfen verlangt hätten.

Auch Ärzte ohne Grenzen und die US-Flüchtlingsorganisation International Rescue Committee (IRC) hatten zuletzt sexuelles Fehlverhalten in den eigenen Reihen eingeräumt.

Lieser sprach von einem „Schandfleck“ in der Geschichte ihrer Hilfsorganisation. Es werde lange dauern, bis das verlorengegangene Vertrauen wieder zurückgewonnen sei. Die Deutschland-Chefin rechnet mit einem großen Reputationsverlust – und auch mit deutlich weniger Spenden. Oxfam Deutschland ist selbst nicht an Auslandseinsätzen beteiligt und unterstützt diese lediglich finanziell.

Teil des Aktionsplans ist auch eine deutliche Erhöhung des Etats für Schutzmaß­nahmen gegen sexuelle Ausbeutung. Geplant ist zudem eine weltweite Datenbank von zuverlässigen Referenzgebern. So sollen bei einem Jobwechsel frühere Vergehen besser erkannt werden. „Vor Fertigstellung dieses Registers wird Oxfam keine Empfehlungsschreiben mehr ausstellen“, sagte Lieser. Sie fügte hinzu, dass es zu den Vorfällen in Haiti bereits eine interne Untersuchung gegeben habe. Vier Mitarbeiter seien daraufhin entlassen worden, zwei weitere kamen einer Entlassung mit der eigenen Kündigung zuvor.

Ein ehemaliger Oxfam-Mitarbeiter aus Belgien, der eine zentrale Rolle bei den Sexpartys gespielt haben soll, wies inzwischen öffentlich die Schuld von sich. Die meisten Vorwürfe seien „absoluter Blödsinn“. „Niemand ist perfekt. Aber ich bin kein Schwein“, sagte er. © dpa/aerzteblatt.de

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