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Medizin

Asthma-Medikamente können Frauen unfruchtbar machen

Sonntag, 18. Februar 2018

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Adelaide – An Asthma erkrankte Frauen, die sich zur Symptomkontrolle einzig auf ein Beta-2-Sympathomimetikum mit kurzer Wirkdauer (SABA) verließen, benötigten in einer Kohortenstudie im European Respiratory Journal (2018; 51: 1702035) länger als andere Frauen, um schwanger zu werden. Die Kombination aus einem Beta-2-Sympathomimetikum mit langer Wirkdauer (LABA) und einem inhalativen Gluko­kortikoid (ICS) hatte dagegen keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Fünf bis zehn Prozent aller Frauen leiden an Asthma bronchiale, das damit eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im gebärfähigen Alter ist. Seit längerem wird vermutet, dass die Erkrankung die Fruchtbarkeit beeinflusst.

Ein Team um Luke Grzeskowiak vom Robinson Research Institute in Adelaide hat hierzu die Daten der „Screening for Pregnancy Endpoints“ (SCOPE) ausgewertet. Die Studie war ursprünglich zu einem anderen Zweck durchgeführt worden: Entwicklung eines Tests zur Vorhersage von Präeklampsie sowie Früh- und Mangelgeburten. Zu den erhobenen Daten gehörte jedoch eine genaue Medikamentenanamnese sowie die Frage, wie lange die Frauen benötigt haben, um schwanger zu werden. Grzeskowiak konnte deshalb den Einfluss von Erkrankungen und Medikation auf die Fertilität untersuchen.

Von den 5.617 Teilnehmerinnen der Studie gaben 1.106 eine Asthmadiagnose an: 656 waren aktuell wegen Asthma in Behandlung, die anderen 450 waren ehemalige Asthmatikerinnen. Die Auswertung ergab, dass Asthmatikerinnen tatsächlich länger benötigt hatten, um schwanger zu werden. Die nähere Analyse führte dies allerdings auf die Wahl der Medikamente zurück. 

Die Patienten, die zur Behandlung ihres Asthmas einzig SABA verwenden, benötigten zu 30 Prozent häufiger 12 Monate oder länger, um schwanger zu werden (adjustierte Odds Ratio, OR: 1,30; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,93 bis 1,81). Bei den Frauen, die ihr Asthma mit einer Kombination aus LABA plus ICS behandelten, war kein signifikanter Rückgang der Fruchtbarkeit nachweisbar (OR 1,08; 0,69-1,71). 

Grzeskowiak führt den Unterschied darauf zurück, dass LABA einzig die Symptome der Erkrankung kontrollieren, während die Kombination aus LABA plus ICS auch die zugrunde liegende Entzündungsreaktion abschwächt. Bei Frauen mit Asthma kommt es laut Grzeskowiak zu einer verminderten Blutversorgung des Uterus und einer vermehr­ten Infiltration der Uterusschleimhaut mit Entzündungszellen, was die Implantation des Embryos erschweren könnte. 

Die Studie sollte nach Ansicht von Grzeskowiak Asthmatikerinnen mit Kinderwunsch motivieren, die verordnete Therapie fortzusetzen, zu deren Basis heute ICS gehören. © rme/aerzteblatt.de

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MaHoff
am Montag, 5. März 2018, 16:14

Überschrift leider falsch

Falls derjenige, der den Artikel gelesen hat, auch die Überschrift geschrieben hat, hat er es aber nicht verstanden, kann man das ändern? Nicht die Medikamente machen unfruchtbar, sondern das Asthma! Steht eindeutig im Artikel!

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