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Medizin

USA: Grippeimpfung effektiver als vermutet

Montag, 19. Februar 2018

/dpa

Atlanta/Silver Spring – Die US-Behörden haben die Bevölkerung noch einmal zur Impfung aufgerufen. Die Schutzwirkung des Impfstoffes ist laut einem Bericht im Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR 2018; 67: 180–185) höher als anfangs angenommen. Vor allem bei Kindern sei eine gute Impfeffektivität zu erwarten, teilten die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) mit.

Die Grippewelle wird in diesem Jahr in den USA vom Influenza-Subtyp H3N2 dominiert. Gegen diesen Typ hatte in diesem Sommer auf der Südhalbkugel der saisonale Impf­stoff weitgehend versagt. Die australischen Behörden hatten die Impfeffektivität mit gerade einmal 10 % angegeben. Auch die ersten Meldungen aus Kanada (17 % Impf­effektivität) ließen Schlimmes befürchten. Doch die jährlich vom U.S. Influenza Vaccine Effectiveness Network durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass die Schutzwirkung in den USA bei immerhin 25 % liegen könnte. Bei den Kindern wurden sogar 51 % der Erkrankungen durch diesen Subtyp verhindert, während es bei den Senioren über 65 Jahre immerhin noch 17 % waren. Wer vom Subtyp A(H1N1)pdm09 infiziert ist, kann auf ein um 67 % niedrigeres Erkrankungsrisiko hoffen. Bei der Influenza B liegt die Impfstoffeffektivität in den USA bei 42 %.

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Nichtsdestotrotz hat die Grippewelle, die in den USA früher als in Europa einsetzte, in diesem Jahr zu mehr Hospitalisierungen geführt als in den 5 Jahren zuvor (zum gleichen Zeitpunkt). Ein Ende der Grippewelle ist noch nicht absehbar, weshalb die CDC alle Einwohner, die noch nicht geimpft sind, aufrief, die Impfung nachzuholen. 

Die Behörde verweist auf eine in der vergangenene Woche in Pediatrics publizierte Studie, nach der zwei Drittel der in den Jahren 2010 bis 2016 dokumentierten 675 Todesfälle bei Kindern auftraten, die nicht geimpft waren. Die Hälfte der Kinder hatte zudem keine Begleiterkrankungen, weshalb nach Ansicht der Behörde auch alle gesunden Kinder geimpft werden sollten, was ab dem 6. Lebensmonat möglich ist.

In Deutschland ist die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen zuletzt stabil geblieben. In der 6. Kalenderwoche wurden 17.990 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt (Gesamtzahl seit Beginn der Grippewelle: 59.876 Fälle).

In Deutschland wird die Grippewelle anders als in den USA von Influenza-B-Viren dominiert (Anteil 75 %, davon 99 % aus der Yamagata-Linie), gefolgt von Influenza-A(H1N1)pdm09-Viren mit einem Anteil von 21 %. Die in den USA am häufigsten nachgewiesenen Influenza-A(H3N2)-Viren treten in Deutschland mit einem Anteil von 4 % nur vereinzelt auf. 

Die Impfeffektivität des saisonalen Influenzaimpfstoffs liegt nach einer ersten Studie im Epidemiologischen Bulletin (2018; 6: 69–70) für alle Altersgruppen bei 46 % (allerdings bei einem noch weiten 95-%-Konfidenzintervall von 8 bis 68 %). Die Schutzwirkung nimmt mit zunehmendem Alter ab von 61 % in der Altersgruppe bis 14 Jahre auf 45 % bei 15- bis 59-Jährigen und 36 % in der Altersgruppe 60 plus.

Die dominant zirkulierenden Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie sind nur im quadrivalenten Impfstoff enthalten. Vorläufige Schätzwerte deuten laut dem RKI jedoch darauf hin, dass auch der trivalente Impfstoff gegen die zirkulierenden Influenza-B-Viren eine gewisse Schutzwirkung erziele. © rme/aerzteblatt.de

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