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Rostocker Mediziner erwartet Zunahme von Tropenkrankheiten

Dienstag, 20. Februar 2018

Asiatische Tigermücke /dpa

Rostock – Der Rostocker Medizinprofessor Emil Reisinger erwartet in den kommenden Jahren die Zunahme von Tropenkrankheiten in Deutschland. Davon könnten die Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern auch betroffen sein, sagte der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock.

Verantwortlich für die Zunahme seien der verstärkte Tourismus in Tropenländer, aber auch der Klimawandel. Durch die Erhöhung der Temperatur breite sich beispielsweise die Asiatische Tigermücke aus, einer Überträgerin von Zika-, Chikungunya- und Dengueviren. Die Zahl von Reisen in die Tropen nimmt seit Jahren zu, dies wird auch in Kürze bei der Internationalen Reisemesse ITB in Berlin zu beobachten sein.

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RKI verzeichnet Anstieg der Fallzahlen

2016 gab es laut Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland 956 Denguefälle, nach 722 im Jahr davor. 2016 wurden 222 Zikafälle gemeldet, die Patienten hatten laut RKI die Erkrankungen aus Süd- oder Mittelamerika mitgebracht. Auch die Zahl der Chikungunyafälle lag in den vergangenen drei Jahren deutlich über dem langjährigen Mittel.

Die Verbreitung der Mücke werde durch den Transport in alten Reifen beschleunigt, die per Lastwagen und Schiff quer durch die Welt transportiert werden, erklärte Reisinger. Die Pfützen darin seien ideale Brutstätten für die Larven. Schon vor mehr als zehn Jahren wurde die Mücke an der A5 zwischen Basel und Karlsruhe gefunden.

„Es ist zu früh, sich Sorgen zu machen“, sagte Reisinger. „Das Risiko, sich in Europa Zika- , Dengue- und Chikungunyaviren einzuhandeln, ist sehr klein.“ Doch werden sich die Mücken aus dem Süden Europas kommend weiter ausbreiten. Umso wichtiger sei es, jetzt die passenden Impfstoffe zu entwickeln.“ Weltweit seien Forscherteams an der Arbeit – auch sein Team an der Universitätsmedizin Rostock.

Der Verlauf dieser Krankheiten sei für gesunde Erwachsene meist leicht, könne aber mit starken Muskel- und Gelenkschmerzen, hohem Fieber und anderen Komplikationen einhergehen. Selten komme es zu schweren Verläufen. Allerdings könne das Zikavirus bei Ungeborenen zu schweren Erkrankungen wie der Anencephalie führen, sagte der Mediziner. © dpa/aerzteblatt.de

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