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Ärzteschaft

Gesamtgesellschaft­liches Engagement für Niederlassungen in ländlichen Regionen gefordert

Dienstag, 20. Februar 2018

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat vor Zwangsmaßnahmen gewarnt, um die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen zu gewährleisten. „Die beste und schönste Planung bleibt doch immer nur eine Planung und bringt keinen einzigen neuen Mediziner aufs Land“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen heute. Vorschriften wie verbindliche Landarztquoten seien keine Lösung, sondern schreckten Jungmediziner eher von einer Niederlassung ab, so der KBV-Chef. 

„Entscheidend ist eine Kombination von harten und weichen Faktoren, um die Niederlassung insbesondere auf dem Land attraktiv zu gestalten“, sagte Gassen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen hätten dafür viele auf die Regionen zugeschnittene Angebote entwickelt. Genauso wichtig sei aber, dass Kommunen ein Standortmarketing betrieben, damit Ort und Region für Ärzte und deren Familien als Lebensmittelpunkt interessant seien, betonte der KBV-Vorsitzende. 

Entscheidend sei außerdem, die Budgetierung abzuschaffen. „Die Bürger verlangen zu Recht nach einer immer umfassenderen medizinischen Versorgung, der die Ärzte aber nur ohne Budgetierung in vollem Umfang nachkommen können“, erklärte er. 

Der KBV-Vorsitzende warnte in diesem Zusammenhang davor, die ärztliche Versorgung in Deutschland schlechtzureden. „Die ambulante Versorgung in unserem Land ist – allen manchmal herbeigeredeten Unkenrufen zum Trotz – sehr gut“, sagte Gassen. Er verwies auf eine Antwort des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Demnach wohnen 99,8 Prozent der Bürger weniger als zehn Kilometer vom nächstgelegenen Hausarzt entfernt. „Das sind hervorragende Werte, die ihresgleichen suchen“, so der KBV-Chef. © hil/aerzteblatt.de

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