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Politik

Hamburg verabschiedet Qualitäts­anforderungen für komplizierte Operationen

Dienstag, 20. Februar 2018

Hamburg – Der Hamburger Senat hat Rahmendaten für eine gute ärztliche und pflegerische Versorgung bei komplizierten Operationen in einer Rechtsverordnung festgelegt. Danach dürfen ab Juli 2018 nur noch jene Krankenhäuser eine Herz-, Thorax- oder Gefäßchirurgie betreiben, die rund um die Uhr ausreichend Personal mit definierter hoher Qualifikation und Berufserfahrung und bestimmte medizinische Geräte vorhalten. Außerdem müssen jederzeit bis zu acht weitere Fachdisziplinen zur Behandlung hinzugezogen werden können.

„Immer mehr Patienten aus dem Umland lassen sich in Hamburger Krankenhäusern behandeln, weil sie für hohe Qualität längere Wege in Kauf nehmen. Für die Herz-, Kinderherzchirurgie, Thorax- und Gefäßchirurgie wird diese Qualität nun gesichert“, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Entsprechende Regeln für die Neurochirurgie sind bereits Anfang des Jahres in Kraft getreten.

Stufenplan vorgesehen

Der Senat gibt den Hamburger Krankenhäusern in einem Stufenplan beginnend mit der Herzchirurgie eine Mindest-Personalbesetzung bei der Pflege auf den Intensivstationen vor. In der Herzchirurgie soll so ein Verhältnis von einer Pflegekraft auf maximal zwei Patienten erreicht werden. Durch das gestufte Vorgehen sollen die Kliniken das erforderliche Personal schrittweise aufbauen können.

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Dem Senat zufolge lassen sich immer mehr Patienten auch aus dem Umland in Hamburg versorgen. Demnach ist die Zahl der in Hamburg versorgten Fälle von 501.374 im Jahr 2015 auf 508.515 im Jahr 2016 gestiegen. Die durchschnittliche Verweildauer von Patienten in den Krankenhäusern blieb dabei konstant bei 7,5 Tagen. Aufgrund dieser Entwicklung hat der Senat im Krankenhausplan die vollstationären Kapazitäten in den Hamburger Plankrankenhäusern von 12.132 Betten auf 12.493 sowie die teilstationären Kapazitäten von 1.229 auf 1.269 Behandlungsplätze erhöht.

Zusätzlich hat das Bundesland in 21 Versorgungsbereichen Zentren für besondere Aufgaben an 32 Standorten im Krankenhausplan ausgewiesen. Sie sollen die besondere Expertise der Krankenhäuser herausstellen. Diese Kliniken können mit den Krankenkassen über Zuschläge verhandeln, mit denen spezielle Leistungen zusätzlich vergütet werden.

Außerdem werden ab diesem Jahr innerhalb der Fachgebiete „Innere Medizin“ und „Chirurgie und Orthopädie“ auch die entsprechenden Teilgebiete im Hamburger Krankenhausplan ausgewiesen, also zum Beispiel die Gastroenterologie, die Rheumatologie, die Kardiologie und andere.

Die FDP-Bürgerschaftsfraktion kritisierte das Vorhaben des Senats. Innerhalb von vier Monaten werde sich nicht ausreichend Pflegepersonal finden lassen. Schon jetzt gebe es einen Fachkräftemangel. „Die neuen Untergrenzen lassen sich in den zeitlichen Vorgaben des Senats nicht erfüllen, ohne dass andere Stationen auszubluten drohen“, erklärte die Abgeordnete Jennyfer Dutschke. © dpa/hil/aerzteblatt.de

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