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Ärzteschaft

Zusammenarbeit zwischen KV und Kommune stärkt Versorgung in Westfalen-Lippe

Mittwoch, 21. Februar 2018

/dpa

Dortmund/Bocholt – Wie eine enge Zusammenarbeit zwischen Kassenärztlicher Vereinigung (KV) und Kommune mit europäischer Hilfe die ärztliche und psycho­therapeutische Versorgung außerhalb von Ballungszentren stärken kann, zeigt jetzt ein Beispiel aus Westfalen-Lippe. Dabei geht es um ein von der Stadt Bocholt betriebenes LEADER-Projekt mit dem Titel „Medizinisch gut versorgt und vernetzt in der Aa-Region“. 

LEADER“ ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Stärkung des ländlichen Raums. Im Zentrum des Bocholter Projekts steht das im April 2016 gegründete Ärzte­netz BOHRIS – ein Zusammenschluss ambulant tätiger Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten in Bocholt. Die beteiligten Ärzte und Psychotherapeuten haben es sich zur Aufgabe gemacht, die medizinische Versorgung der Bevölkerung in den Städten Bocholt, Rhede und Isselburg auch in Zukunft zu gewährleisten. Dazu soll insbesondere die Zusammenarbeit der Ärzte und Psychotherapeuten in der Region verbessert und ärztlicher Nachwuchs gewonnen werden.

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Ärztenetze haben sich bewährt

„Die KV Westfalen-Lippe hat bereits vor einigen Jahren bei einer Veranstaltung der Stadt Bocholt erstmals darauf hingewiesen, dass die hausärztliche Versorgung im Mittelbereich Bocholt wegen der Altersstruktur der Hausärzte und der demografischen Entwicklung der Bevölkerung in Verbindung mit der kritischen Nachwuchssituation bei den Ärzten perspektivisch gefährdet sein könnte“, erläuterte KV-Bezirksstellenleiter Amin Osman.

Ärztenetze hätten sich in Westfalen-Lippe als Motor für innovative Versorgungs­kon­zepte im Kampf gegen den Ärztemangel bewährt. Die Erfahrung zeige zudem, dass die nachrückende junge Ärztegeneration die Kollegialität in kooperativen Versorgungs­formen besonders schätze und als attraktiv empfinde. Die KV unterstützt die Arbeit des Ärztenetzes daher mit 30.000 Euro. Osman überreichte den entsprechenden Förder­bescheid jetzt im Beisein des Bürgermeisters der Stadt Bocholt, Peter Nebelo, an die Vorstandssprecherin des Ärztenetzes, Ulrike Frye.

„Die medizinische Versorgung ist eine wichtige Säule der Daseinsvorsorge in unserer Region“, betonte Nebelo. Wo die hausärztliche Versorgung fehle, gebe es auch keine Neuansiedlung von Bürgern oder Unternehmen. „Eine solche Region wird von der Bevölkerung als nicht lebenswert wahrgenommen.“ Durch die vernetzte Arbeit der Kommunen und der Ärzte in der Region erhofft er sich eine Verbesserung der medi­zinischen Versorgung. 

Auf die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit von Ärzten, Kassenärztlichen Vereini­gungen und Kommunen beim Kampf gegen den Ärztemangel weist auch die Kassen­ärztliche Bundesvereinigung (KBV) hin. „Entscheidend ist eine Kombination von harten und weichen Faktoren, um die Niederlassung insbesondere auf dem Land attraktiv zu gestalten“, sagte deren Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen gestern in Berlin.

Die KVen hätten dafür viele auf die Regionen zugeschnittene Angebote entwickelt. Genauso wichtig sei aber, dass Kommunen ein Standortmarketing betrieben, damit Ort und Region für Ärzte und deren Familien als Lebensmittelpunkt interessant seien, betonte der KBV-Vorsitzende.  © hil/aerzteblatt.de

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