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Politik

Beitragsschulden in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung nähern sich acht Milliarden Euro

Mittwoch, 21. Februar 2018

/dpa

Berlin – Die Beitragsschulden aller Versicherten in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sind zum Jahrsende 2017 weiter angestiegen. Sie betrugen im Dezember 2017 rund 7,823 Milliarden Euro, wie aktuelle Daten des Bundesversicherungsamtes (BVA) zeigen, die dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) vorliegen.

Zum Jahresbeginn 2017 hatten die Beitragsschulden demnach noch bei 6,155 Milliarden Euro gelegen. Im Juli waren es 7,045 Milliarden Euro. Kurz vor der Bundestagswahl 2013 betrugen die Beitragsschulden noch etwa 2,2 Milliarden Euro. Angesichts von damals mehr als 200.000 Nichtversicherten hatte die große Koalition im Jahr 2007 eine Versicherungspflicht eingeführt.

Die höchsten Rückstände entfielen den Daten zufolge Ende 2017 auf die freiwillig GKV-Versicherten. Deren Schuldenberg belief sich Ende Dezember 2017 auf rund 6,292 Milliarden Euro. Für die soziale Pflegeversicherung ergab sich ein Rückstand der Beitragszahlungen von rund einer Milliarde Euro. Darauf hat die Bundesregierung jüngst in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hingewiesen.

Die Regierung betonte darin, die Zahlen für die GKV ließen keine Rückschlüsse auf Personengruppen, wie zum Beispiel hauptberuflich selbstständige Erwerbstätige zu. Eine Differenzierung der Beitragsschulden sei anhand der Zahlen nicht möglich. Die Grünen hatten speziell nach der Beschäftigungssituation von Honorarlehrkräften gefragt.

Aus der Antwort der Bundesregierung geht weiter hervor, dass der Rückstand der Beitragsschulden in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) im Vergleich zur GKV deutlich niedriger ist. Dieser belief sich demnach Ende 2016 auf rund 262.000 Euro. Für 2017 liegen der Bundesregierung keine Daten zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung vor, wie es weiter hieß. © may/aerzteblatt.de

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Mathilda
am Freitag, 23. Februar 2018, 14:26

Nicht die Kassen, sondern der Gesetzgeber

... regelt die Beitragsfestsetzung bei Selbständigen. Und die jeweilige Aufsicht wacht streng über die Einhaltung.
Als gesetzlich Krankenversicherte zahle ich allerdings mit meinem Beitrag für diese Nicht-Zahler mit. Sie bekommen ja schließlich trotzdem Leistungen, auch wenn diese angeblich nur "Notleistungen" sind. Und mal ehrlich: warum soll ich es mitfinanzieren, wenn jemand sich selbständig macht, obwohl er davon gar nicht leben kann? Und Kran­ken­ver­siche­rungsbeiträge gehören in die Bilanz eben nun mal mit dazu!
Adolar
am Mittwoch, 21. Februar 2018, 19:33

Freiwillig Versicherte werden von den Kassen erpreßt,

deswegen kann es schon sein, daß sie einfach nicht mehr bezahlen oder vielleicht auch mangels Umsätzen nicht bezahlen können. Man stelle sich vor: Ein Freischaffender mit wechselnden Einkünften, was typisch ist, hat gerade mal paar Monate gut verdient, Steuererklärung dazu. Die GKV nimmt diesen relativ hohen Satz dann für die Beiträge des Folgejahrs an. Wer nun meint, die Kasse würde das als Vorschuß sehen, wie die Vorauszahlung beim FA,und mit der nächsten Erklärung abrechnen, irrt sich gewaltig. Wie wenig der Versicherte aktuell einnimmt, ist völlig egal, es gibt keinen Cent zurück. Man nennt sowas Raubrittertum; der Einbehalt von Beiträgen ist deswegen vermutlich oft Notwehr.

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