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Vertrauliche Geburten auch in Brandenburgs Kreißsälen

Donnerstag, 22. Februar 2018

/upixa, stock.adobe.com

Potsdam – Seit 2014 sind in Brandenburg mindestens acht Babys bei vertraulichen Geburten zur Welt gekommen, Tendenz steigend. Waren es 2014 und 2015 jeweils noch zwei Babys, kamen 2016 vier Babys vertraulich zur Welt, wie ein Sprecher des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums sagte. Für 2017 lägen noch keine Zahlen vor.

„Aus ärztlicher Sicht sind diese Geburten besser als etwa eine Babyklappe. Wir können den Frauen einen guten Schutzrahmen bieten“, sagte Oberärztin Susanne Westermann vom St.-Josefs-Krankenhaus in Potsdam, die bereits eine vertrauliche Geburt begleitet hat. Insgesamt kamen in Brandenburg von 2014 bis 2016 mehr als 58.000 Kinder zur Welt.

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Anonyme Geburt seit 2014 möglich

Seit 2014 können Frauen bei vertraulichen Geburten zunächst anonym bleiben und ihr Kind zur Adoption freigeben. Mit 16 Jahren können adoptierte Kinder die Identität ihrer leiblichen Mutter erfahren. Bundesweit kamen laut Bundesfamilienministerium bislang 415 Kinder vertraulich auf die Welt.

Für Schwangere in Notlagen sei dies ein legales Angebot, bei dem sie ihr Kind sicher in einer Klinik oder bei einer Hebamme auf die Welt bringen könnten, sagte Frauen­ministerin Diana Golze (Linke). Auch der Hebammenverband Brandenburg bewertet dieses Angebot positiv. „Die Frauen können mit fachlicher Begleitung und Unter­stützung an einem sicheren Ort unter angemessenen Bedingungen gebären“, sagt die Vorsitzende Martina Schulze.

Die Gründe, warum Frauen ihre Identität nicht preisgeben wollen, sind unterschiedlich. „Sehr viele der Frauen befürchten, mit einem (weiteren) Kind überfordert zu sein“, sagt ein Referent des Bundesfamilienministeriums mit Blick auf eine bundesweite Unter­suchung. Für fast die Hälfte der Frauen sei das Thema Schwangerschaft so belastend, dass sie sich nicht mit möglichen Hilfestellungen auseinandersetzen konnten.

Zum Teil wollen Frauen demnach ihre Schwangerschaft auch vor den Partnern verheim­lichen, um die Beziehung zu erhalten. Außerdem gebe es Fälle mit erkennbar schweren Notlagen. „Hierzu zählen zum Beispiel Frauen, die vergewaltigt wurden“, so der Referent. Bei manchen Frauen bestehe auch die Gefahr, dass ihre Ex-Partner, Noch-Ehemänner oder die Väter gewalttätig werden, wenn sie von der Schwangerschaft erfahren. Ob Frauen die Babyklappe seltener nutzen, lässt sich nicht sagen, da laut Ministerium keine Zahlen vorliegen. © dpa/aerzteblatt.de

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