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Unfallchirurgen sehen Konzept der zertifizierten Alterstraumazentren bestätigt

Freitag, 23. Februar 2018

/Mat Hayward, stockadobecom

Berlin – Ein positives Fazit ihrer Initiative für zertifizierte Alterstraumazentren (AltersTraumaZentrum DGU, ATZ) hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) gezogen. Die Fachgesellschaft bezieht sich dabei auf Daten des AltersTrauma­Registers DGU. Dieses dokumentiert Patienten ab einem Alter von 70 Jahren, die aufgrund einer hüftgelenknahen Oberschenkelfraktur in einem ATZ operiert wurden.

Mittlerweile gibt es 72 ATZ in Deutschland und der Schweiz. 20 weitere Zentren sind laut Fachgesellschaft in der Vorbereitung auf eine Zertifizierung zum ATZ. Die Zentren sollen gewährleisten, dass die operative Behandlung an die oftmals reduzierte Knochensubstanz älterer Menschen angepasst ist und der Patient mit all seinen Zusatzerkrankungen in einem Gesamtkonzept therapiert wird.

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Schnelle Operationen

So soll verhindert werden, dass bei alten Menschen die OP-Strapazen zu einer Verschlechterung des ohnehin schon sehr eingeschränkten Allgemeinzustandes führen und die Gefahr der dauerhaften Pflegebedürftigkeit droht. In einem ATZ erfolgen Diagnostik und Therapie sieben Tage in der Woche rund um die Uhr in einem multiprofessionellen Team aus Unfallchirurgen, Geriatern, Pflegekräften und Physiotherapeuten. 

Der Jahresbericht des Registers – es ist der erste dieser Art – verzeichnete für 2016 2.864 Fälle in der Akutphase. Der Bericht zeigt auf, in welcher Verfassung der Patient bei seiner Aufnahme im Krankenhaus war, wie er versorgt wurde und wie es ihm bis zu 120 Tage nach der Operation ging. „Beispielhaft ist die kurze präoperative Verweil­dauer – so konnten über 75 Prozent der Patienten innerhalb von 24 Stunden operiert werden“, hieß es aus der DGU.

Die ATZ-Kliniken sind verpflichtet, ihre Daten in das Register einzupflegen. Für das Jahr 2016 ergeben sich laut Jahresbericht folgende weitere Kennzahlen: Das Durchschnittsalter der Patienten liegt bei 84 Jahren. 72 Prozent der erfassten Patienten sind Frauen.

Die Zeit zwischen der Aufnahme der Patienten bis zu ihrer Operation lag im Median bei rund 18 Stunden. 80 Prozent der Patienten wurden bereits am ersten Tag nach der OP mobilisiert. Nahezu alle konnten bereits nach sieben Tagen mit Hilfsmitteln wieder laufen. Die Liegedauer im Krankenhaus betrug im Durchschnitt 18 Tage.

„Die Strukturen der Alterstraumazentren bieten beste Voraussetzungen, um die schlechte Prognose nach einem Sturz im hohen Alter zu verbessern“, zog der Leiter der DGU-Arbeitsgemeinschaft Alterstraumatologie, Ulrich Liener, ein Fazit der Ergebnisse. © hil/aerzteblatt.de

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