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Medizin

Hebammen­integration senkt Zahl von Kaiserschnitten und Problemgeburten in den USA

Freitag, 23. Februar 2018

/dpa

Vancouver – Die Integration von Hebammen in die Geburtshilfe ist in den USA mit einer höheren Rate von vaginalen Geburten, einer höheren Stillquote, weniger Früh- und Mangelgeburten und auch mit einer geringeren perinatalen Mortalität assoziiert. Dies kam in einer Studie in PLoS ONE /(2018; doi: 10.1371/journal.pone.0192523) heraus.

Hebammen haben in den USA einen schweren Berufsstand. Obwohl viele eine akademische Ausbildung haben und die Universität sogar mit einem Master-Degree verlassen, sind sie in vielen Bundesstaaten bei den Geburten in den Kliniken nicht willkommen. Nur etwa 10 % aller Frauen werden von einer „Certified Nurse-Midwife“, „Certified Midwife“ – beide akademisch ausgebildet – oder einer „Certified Professional Midwife" betreut. In anderen OECD-Ländern liegt die Quote bei 50 bis 75 %. Gleich­zeitig ist die Mütter- und Neugeborenen-Sterblichkeit in den USA höher als in anderen Ländern und auch die Zahl der Kaiserschnitte ist hoch und die Stillquote niedrig.

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Sollte es hier einen Zusammenhang geben? Saraswathi Vedam von der University of British Columbia in Columbia hat mit Hebammen aus den USA ein „Midwifery Integration Scoring (MISS) System“ entwickelt, das die verschiedenen Aspekte der Integration von Hebammen in die Geburtshilfe mit 0 bis 100 Punkten bewertet. Die Unterschiede innerhalb der USA sind groß. North Carolina schnitt mit 17 Punkten am schlechtesten ab, in Washington State hatten die Hebammen mit einen MISS-Score von 61 die besten Berufsbedingungen. Die Landkarte zeigt ein klares Gefälle von den Pazifikstaaten und Neuengland, wo Hebammen relativ gut integriert sind, zum mittleren Westen und den Südstaaten, wo dies nicht der Fall ist. 

Höhere MISS-Scores waren signifikant mit häufigeren vaginalen Entbindungen, vaginalen Geburten nach früherem Kaiserschnitt, dem Stillen nach der Geburt und nach 6 Monaten assoziiert. Dort, wo Hebammen leichteren Zugang zu Schwangeren haben, kommen signifikant weniger Säuglinge mit Kaiserschnitt zur Welt, es gibt dort weniger Frühgeburten und auch weniger Kinder mit einem zu niedrigen Geburts­gewicht. Ein höherer MISS-Score war sogar mit einer niedrigeren neonatalen Sterblichkeit verbunden.

Ein Mangel an Hebammen ist sicherlich nicht der einzige Grund für die schlechten Startchancen von Kindern im mittleren Westen und in den Südstaaten. Nach den Berechnungen von Vedam lassen sich jedoch 11,6 % der Unterschiede in der perinatalen Mortalität durch die MISS-Scores erklären. Einen noch größeren Einfluss hatte nur noch die ethnische Herkunft. Der Anteil der nicht hispanischen Schwarzen erklärt laut Vedam 38,5 % der Unterschiede in der neonatalen Mortalität. Afroa­merikanerinnen ohne Zugang zu einer Hebamme haben demnach besonders schlechte Chancen auf eine natürliche Geburt und ein gesundes Kind. © rme/aerzteblatt.de

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