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Strenge Tabakkontrolle reduziert auch Konsum von E-Zigaretten

Dienstag, 27. Februar 2018

E-Zigaretten-Konsum bei erwaschenden US-Bürgern basierend auf Daten des National Adult Tobacco Survey (2012-2014). /New York University, Nicotine and Tobacco Research
E-Zigaretten-Konsum bei erwachsenen US-Bürgern basierend auf Daten des National Adult Tobacco Survey (2012-2014). /New York University, Nicotine and Tobacco Research

New York – US-Staaten mit strengen Anti-Tabak-Regulierungen haben nicht nur weniger Zigarettenkonsumenten, sondern auch weniger E-Zigaretten-Benutzer. Das ergab eine Auswertung einer Telefonumfrage mit mehr als 60.000 Teilnehmern, die im Rahmen des National Adult Tobacco Survey erhoben wurde. Die Ergebnisse publizier­ten die Forscher der NYU School of Medicine und vom NYU College of Global Public Health in Nicotine & Tobacco Research (2018; doi: 10.1093/ntr/nty013).

Um die Verwendung von E-Zigaretten und Zigaretten zu berechnen und zu karto­grafieren, verwendeten die Forscher Daten aus den Jahren 2012 bis 2013 und 2013 bis 2014. Sie untersuchten die Prävalenz des Rauchens und Dampfens über die Lebenszeit der Befragten und berücksichtigten dabei soziodemografische Faktoren.

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Mehr als 16 Prozent der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten haben E-Zigaretten in ihrem Leben ausprobiert; davon dampfte ein Drittel zum Zeitpunkt der Befragung (5,4 Prozent). Der Konsum von Zigaretten wird auf 17,4 Prozent geschätzt.

Im Osten der USA wird weniger gedampft

Die Studie zeigte deutliche regionale Unterschiede bei der Verwendung von E-Ziga­retten (siehe Grafik oben). Vor allem westliche und südliche Staaten tendierten zu höheren Raten, während die Bürger in den östlichen Bundesländern tendenziell weniger dampften. Am höchsten war der aktuelle E-Zigaretten-Konsum in Oklahoma (10,3 Prozent) und am niedrigsten in Delaware (2,7 Prozent). Der Zigarettenkonsum war in West Virginia am höchsten (26,1 Prozent) und am niedrigsten in Utah (10,7 Prozent).

Das bemerkenswerte an diesen Zahlen: In Staaten, in denen Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums stärker umgesetzt werden, konsumieren die Bürger sowohl weniger Zigaretten als auch E-Zigaretten. Obwohl sich Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums, wie etwa staatlich finanzierte Programme zur Tabakprävention und -kontrolle, rauchfreie Zonen und Zigarettensteuern, auf traditionelle Zigaretten konzentrieren, beeinflussen sie somit auch den E-Zigaretten-Konsum.

Es wird davon ausgegangen, dass die Verwendung von E-Zigaretten Rauchern hilft, aufzuhören. Derzeit übersteigt der traditionelle Zigarettenkonsum die Verwendung von E-Zigaretten jedoch noch um mehr als das Dreifache. Zudem rauchen mehr als 17 Prozent der E-Zigaretten-Nutzer (Dual-Use).

Es gebe immer noch viele Unbekannte in Bezug auf die Rolle der E-Zigarette bei der Eindämmung des Tabakkonsums, sagt Autor Scott E. Sherman von der NYU School of Medicine. „Bis diese laufende Debatte beigelegt ist, sollten sich die Befürworter der Tabakkontrolle und die politischen Entscheidungsträger weiterhin auf die Durch­setzung der bestehenden Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums konzentrieren.“ © gie/aerzteblatt.de

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