NewsHochschulenForscher suchen neuen Therapieansatz bei altersbedingter Makuladegeneration
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Forscher suchen neuen Therapieansatz bei altersbedingter Makuladegeneration

Montag, 26. Februar 2018

Regensburg – Auf die Rolle des Komplementsystems bei der Entwicklung oder Verhinderung einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) konzentrieren sich Wissenschaftler der Universitätsklinikums Regensburg und des Universitätsspitals Bern in dem neuen Verbundprojekt „Function and Modulation of the Complement Regulator Properdin at the Retinal Pigment Epithelium“.

Die Forscher um Diana Pauly aus dem Labor für experimentelle Augenheilkunde in Regensburg und Volker Enzmann, Forschungsleiter für experimentelle Ophthalmologie des Universitätsspitals Bern, untersuchen dabei in einer präklinischen Studie die Funktion des Properdins, dem einzigen bekannten Stabilisator des Komplement­systems. Im Fokus stehen dabei die Zellen, die die Bedingungen im Auge physiologisch intakt halten: das retinale Pigmentepithel (RPE). Die Wissenschaftler wollen in diesem Zusammenhang neuartige properdinmodulierende Antikörper als innovative Thera­peutika der AMD evaluieren.

Regulationsmechanismus in den Zellen

„Es wurde lange angenommen, dass das Komplementsystem nur über den Blutkreislauf wirkt. Wir gehen davon aus, dass es in der lokalen Augenumgebung einen grundle­genden komplementvermittelnden Regulationsmechanismus in den Zellen gibt, und dass wir die von diesem lokal kontrolliertem Komplementsystem ausgelöste Erkran­kung mit einem neuartigen Antikörper erfolgreich lindern können“, erläuterte Pauly die Projektidee.

„Wir untersuchen zum einen den Einfluss der lokalen Barrierezellen des retinalen Pigmentepithels auf die Dysregulation von löslichen Immunmolekülen, also auf das Komplementsystem. Unser zweites Ziel ist es, die Überaktivierung dieses Systems im Auge durch einen Antikörper gegen Properdin zu dämpfen“, so Enzmann. Letztlich hoffen die Forscher auf eine neue Strategie für die therapeutische Intervention bei AMD.

Finanziert wird das Projekt von der Schweizer VELUX-Stiftung. Von 2012 bis 2016 hat die Stiftung 67 Forschungsprojekte mit einer Summe von 19,2 Millionen Schweizer Franken in den Bereichen Tageslichtforschung, Gerontologie, Augenheilkunde und Medizin/Biologie gefördert.

Das Komplementsystem ist eine Gruppe von Plasmaproteinen, die im Zuge einer Immunantwort aktiviert werden können. Allerdings können sie im Zuge einer Aktivierung auch für Gewebeschäden verantwortlich sein. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

5. Juni 2018
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat eine augenärztliche Notdienstpraxis für Bürger aus Aachen und den Kreisen Heinsberg und Düren eingerichtet. Die neue Notdienstpraxis
KV Nordrhein eröffnet augenärztliche Notdienstpraxis an Uniklinik Aachen
4. Juni 2018
Silver Spring/Maryland – Die Food and Drug Administration (FDA) hat erstmals eine künstliche Iris zur Behandlung angeborener oder traumatischer Defekte der Regenbogenhaut zugelassen. Der deutsche
USA: Erste künstliche Iris (eines deutschen Herstellers) zugelassen
1. Juni 2018
Weimar – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen hat Defizite in der augenärztlichen Versorgung im Land angemahnt. Patienten mit Augenleiden hätten in zunehmendem Maße schwer, in angemessener
KV Thüringen beklagt Defizite in der augenärztlichen Versorgung
23. Mai 2018
Rostock – Die Gewebebank Mecklenburg-Vorpommern hat seit ihrer Gründung im Juli 2015 bereits 1.000 Augenhornhauttransplantate vermittelt und damit einen entsprechenden Versorgungsengpass reduzieren
Gewebebank Mecklenburg-Vorpommern hilft, Versorgungsengpass zu reduzieren
8. Mai 2018
Ann Arbor – Unter der Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren kann es, wenn auch vermutlich selten, zu Sehstörungen kommen. Zu den schweren Komplikationen, die einen Abbruch der Behandlung erzwingen
„Uveal Effusion“-Syndrom: Sehstörung durch Checkpoint-Inhibitoren
8. Mai 2018
Bonn – Mit einem neuen ambulanten Beratungs- und Trainingsangebot zur visuellen Rehabilitation will die Universitätsklinik Bonn eine Versorgungslücke in der Region schließen. „Anders als bei einer
Universitätsklinik Bonn will Versorgungslücke bei visueller Rehabilitation schließen
2. Mai 2018
San Antonio/Texas – Der Verzehr von dunkler Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil kann Sehstärke und Kontrastempfindlichkeit kurzfristig verbessern, wie eine randomisierte klinische Studie in JAMA

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

NEWSLETTER