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Medizin

Defibrillation durch Laien erhöht Überlebenschancen deutlich

Dienstag, 27. Februar 2018

/dpa

Baltimore - Die Nutzung von automatisierten externen Defibrillatoren (AED), die in den letzten Jahren auch in Deutschland an vielen öffentlichen Plätzen aufgestellt wurden, hat in einem nordamerikanischen Register die Überlebenschancen von Patienten mit einem plötzlichen Herzstillstand verdoppelt. Dies geht aus einer in Circulation (2018; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.117.030700) publizierten Auswertung hervor.

In den USA erleiden jährlich mehr als 350.000 Menschen außerhalb der eigenen Wohnung an einem plötzlichen Herzstillstand. Bei weniger als der Hälfte versuchen Augenzeugen eine Reanimation, obwohl dies nachweislich Menschenleben retten kann. Bis zum Eintreffen der Rettungsdienste ist es häufig zu spät, da ein Herzstillstand bereits nach wenigen Minuten zum Tod führt.

An vielen öffentlichen Plätzen wurden deshalb in den letzten Jahren AED aufgestellt, mit deren Hilfe auch Laien die Reanimation von Menschen mit plötzlichem Herz­stillstand gelingen kann. Das Resuscitation Outcomes Consortium, zu dem sich neun Zentren in den USA und Kanada zusammengeschlossen haben, prüft, ob die AED zu einer Verbesserung der Überlebenschancen von Menschen mit Herzstillstand geführt hat. 

Das Team um Myron Weisfeldt von der Johns Hopkins Universität in Baltimore hat jetzt die Daten von 4.115 Patienten analysiert, die außerhalb der Kliniken vor Augenzeugen einen Herzstillstand erlitten, der später zu 60 Prozent als „schockfähig“, spricht einer Defibrillation zugängig eingestuft wurde.

Eine Laien-Reanimation mit dem AED wurde zwar nur bei 18,8 Prozent der „schock­fähigen“ Patienten durchgeführt. Von diesen konnten jedoch später 66,5 Prozent lebend aus der Klinik entlassen werden. Unter den Patienten, bei denen die Defibrilla­tion erst von dem Rettungsteam durchgeführt wurde, konnten später nur 43,0 Prozent lebend aus der Klinik entlassen werden. Weisfeldt ermittelt eine adjustierte Odds Ratio von 2,62 für ein Überleben, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,07 bis 3,31 hoch signifikant war. 

Die Laien-Reanimation mit dem AED erhöhte auch den Anteil der Patienten, die mit einem günstigen funktionellen Ergebnis aus der Klinik entlassen wurden, von 32,7 auf 57,1 Prozent. Auch hier war die Odds Ratio von 2,73 (2,17-3,44) hoch signifikant. Weisfeldt schätzt, dass in den USA jährlich etwa 1.700 Menschen nach einem plötz­lichen Herzstillstand durch die Laien-Reanimation mit einem AED das Leben gerettet wird. Es könnten noch mehr sein, wenn mehr Menschen wüssten, wo sich die lebens­rettenden Geräte befinden und sich trauen würden, diese auch zu bedienen. © rme/aerzteblatt.de

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