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Politik

Spahn sieht „massiven Reformbedarf“ bei privater Kran­ken­ver­siche­rung

Dienstag, 27. Februar 2018

/dpa

Hannover – Der designierte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) sieht bei der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) „massiven Reformbedarf“. Innerhalb der PKV müssten „immer mehr Menschen im Verhältnis zu ihren Einkommen sehr hohe Beiträge zahlen“, sagte Spahn den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Es müsse verhindert werden, dass für einen einfachen Polizisten stark steigende Beiträge im Alter zu einer sozialen Frage würden, sagte der CDU-Politiker.

Die Entscheidung für eine private Kran­ken­ver­siche­rung sei eine Lebensentscheidung. „Wenn man sich einmal festgelegt hat, ist ein Wechsel in späteren Jahren schwerer als eine Scheidung“, sagte der 37-Jährige. Wer immer höhere Beiträge zu zahlen habe, komme „im Alter sicherlich ins Grübeln“. Außerdem gebe es wegen der niedrigen Zinsen Probleme mit den Kapitalrücklagen.

Gegenwind kam heute direkt von der SPD. Eine Reform der PKV sei „im Koaliti­onsvertrag nicht vereinbart“, sagte SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Man werde mit der Union nur das umsetzen, was im Koalitionsvertrag verabredet worden sei.

Spahn kündigte zudem entschlossene Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in der Pflege an. Er wolle dafür sorgen, dass der Beruf attraktiver werde, sagte er. „Wir werden die Ausbildungskapazitäten erhöhen, die Bezahlung und die Tarifbindung in der Pflege verbessern“, kündigte er an.

„Jeden kann es betreffen. Entweder persönlich oder wenn der Partner, Angehörige oder Freunde pflegebedürftig werden“, sagte Spahn. Diese Fragen seien das Megathema einer älter werdenden Gesellschaft. „Natürlich wollen wir hier in den nächsten Jahren große Schritte vorankommen. Daran müssen wir uns messen lassen.“ © afp/kna/aerzteblatt.de

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