NewsMedizinE-Zigaretten verdampfen Blei und andere Metalle
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

E-Zigaretten verdampfen Blei und andere Metalle

Dienstag, 27. Februar 2018

/Chris Hertzschuch, stock.adobe.com

Baltimore – Die Heizspiralen, die in E-Zigaretten ein Aerosol aus Nikotin und Aromen erzeugen, setzen offenbar Metalle frei, die in einer Studie in Environmental Health Perspectives (2018; doi: 10.1289/EHP2175) in teilweise gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen auch im Dampf nachgewiesen wurden, den die Anwender inhalieren.

Trotz der Unsicherheiten über die gesundheitlichen Folgen werden E-Zigaretten immer populärer. Da sie nicht als Arzneimittel zugelassen werden müssen, sind keine Anwen­dungsprüfungen erforderlich. Dies erklärt möglicherweise, warum erst jetzt entdeckt wurde, dass der Dampf Blei und andere Metalle enthält. 

Ein Team um Pablo Olmedo von der Bloomberg School of Medicine in Baltimore hat jetzt die täglich benutzten E-Zigaretten von 56 Anwendern untersucht. Dabei wurde nicht nur die Liquids in den Dispensern, sprich der Vorratsbehälter, überprüft, aus denen die E-Zigaretten gefüllt werden. Die Forscher analysierten auch den Inhalt des Tanks, in dem mittels einer Heizspirale das Liquid verdampft wird, sowie das Aerosol, das die Anwender inhalieren.

Die Forscher interessierten sich dabei vor allem für die Metalle, aus denen die Heizspiralen bestehen. Eine häufig verwendete Legierung ist Kathal, das aus Eisen, Chrom und Aluminium besteht, oder Nichrom, das Nickel und Chrom enthält. Für die Verbindung der Metalle wird Zinn verwendet. Die Überlegung war, dass aufgrund der hohen Temperaturen aus den Heizspiralen Metalle freigesetzt und über den Dampf vom Anwender inhaliert werden könnten.

Wie erwartet, enthielten die Liquids, solange sie sich im Dispenser befanden, kaum Metalle. In den Proben aus dem Tank wurden jeden deutlich höhere Konzentrationen gefunden. Olmedo vermutet, dass sie aus den Heizspiralen an den Dampf abgegeben wurden. Dass die Forscher die Metalle nachwiesen, könnte damit zusammenhängen, dass die von den Forschern untersuchten E-Zigaretten nicht neu, sondern schon länger in Gebrauch waren.

Interessanterweise wurde neben Chrom, Kupfer, Nickel und Zinn im Verdampfertank auch Blei gefunden, dessen Herkunft laut Olmedo unklar ist, da es nicht Bestandteil der Heizspiralen ist.

Alle Metalle fanden sich auch in den Aerosolen wieder, darunter Blei, Chrom, Nickel und Mangan in für die Gesundheit bedenklichen Konzentrationen. Der mediane Bleigehalt in den Aerosolen betrug beispielsweise 15 µg/kg. Das waren 25 mal mehr als in den Nachfülldispensern gefunden wurde. Fast 50 Prozent der Aerosolproben wiesen laut Olmedo Bleikonzentrationen auf, die über den von der US-Environmental Protection Agency festgelegten Grenzwerte für eine gesundheitliche Unbedenklichkeit lagen. Auch Nickel, Chrom und Mangan sollen die Grenzwerte bei einigen Messungen erreicht oder überschritten haben.

Zu allem Überfluss fanden die Forscher auch noch Arsen. Das Halbmetall ist in bestimmten Verbindungen hochtoxisch. Wie es in die Aerosole gelangte, ist den Forschern ein Rätsel. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #751088
Markus Gruber
am Montag, 10. September 2018, 21:35

E Zigaretten Studie eher wage

Also diese E Zigaretten Studie klingt eher wage. Basieren die Forschungen tatsächlich auf Fakten?

"Olmedo vermutet, dass sie aus den Heizspiralen an den Dampf abgegeben wurden."

"Vermutet"? Klingt nach einer Aussage, die nicht auf Fakten basiert.

"Interessanterweise wurde neben Chrom, Kupfer, Nickel und Zinn im Verdampfertank auch Blei gefunden, dessen Herkunft laut Olmedo unklar ist, da es nicht Bestandteil der Heizspiralen ist."

"Dessen Herkunft unklar ist"? Faktbasierend also?
Avatar #731292
cis2000
am Freitag, 8. Juni 2018, 19:09

Alergie

@Staphylococcus rex
ich habe mir den Beitrag im Spiegel angesehen. Viele Menschen kämpfen mit allergischen Reaktionen auf die verschiedensten Stoffe. Unterschiedlichste Symptome kommen dabei vor.
So kam es, dass mich meine Frau eines Abends anrief. Ich solle schnell nach Hause kommen und ihr würde es überhaupt nicht gut gehen. Natürlich eilte ich schnell nach Hause.
Was war passiert? Ich fand meine Frau völlig angeschwollen vor. Sie bekam kaum Luft! Rettung angerufen. Der Notarzt meinte es wäre eine allergische Reaktion. Mit einer Spritze und ein wenig Zeit verbesserte sich der Zustand wieder. Der Notarzt meinte, sie solle sich mal auf Allergien testen lassen. Gesagt getan.
Es stellte sich heraus, dass eine Allergie auf Wallnüsse und noch ein paar andere Sachen bestand. An diesem besagten Abend hatte meine Frau Wallnüsse gegessen.
Kommen wir jetzt mal zu dem springenden Punkt! Sollten deshalb Wallnüsse verboten werden? Sollten deshalb auch andere Menschen keine Wallnüsse mehr essen dürfen?
Avatar #731292
cis2000
am Donnerstag, 7. Juni 2018, 20:18

Verschwörungstheorien

Hier kann jeder nachlesen, was in der FCTC geregelt ist: https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/fctc/FCTC_deutsche_Uebersetzung.pdf
Noch ein kleiner Nachtrag zu diesem Beitrag. Ist mit Kathal die Ortschaft von Weißkirchen in Steiermark, Bezirk Murtal, Steiermark gemeint oder sollte es Kanthal sein?
Eine Idee habe ich auch noch, wie das Arsen in die Dampfen kommt. Was, wenn es ein kleiner Schelm war? Verschwörung?
Avatar #731292
cis2000
am Donnerstag, 7. Juni 2018, 18:43

Schlechtreden auch nicht

eine Behauptung, dass Rauchen gesund ist, gibt es meinerseits nicht. Wer raucht tut das aus freien Stücken und bezahlt für die Glimmstängel auch noch Geld. Das Risiko durch das Rauchen gefährliche Herzkreislauferkrankungen, Lungenkrebs usw. zu bekommen ist jedem Raucher mehr oder weniger bewusst. Durch die Kampagnen der EU wie Schockbilder, Werbeverbot usw. sollte doch jeder genug Aufklärung erfahren haben. Jedoch liegt es in der Natur der Menschen, die Augen vor Warnungen zu verschließen.
Kleines Beispiel. Jedem Autofahrer ist bekannt, dass wenn er mit 200 Sachen einen Unfall erleidet, die Chancen ziemlich gering sind, dieses plötzliche eintretende Ereignis, zu überleben. Gefahren werden diese Geschwindigkeiten aber trotzdem.
Weil wir dann einmal beim Thema Auto sind, ein großes schnelles Auto ist auch Geldverschwendung. Mit einem kleinen Auto kommt man auch ans Ziel. Hier spielt der Begriff Luxus eine große Rolle.
Nun was ich damit ausdrücken möchte ist, dass der Raucher sich seinen Weg selbst herausgesucht hat.
Ja sicher sind Bilder von Menschen mit Sauerstoffflaschen und Lungenkrebs entsetzlich. Ja und im eigenen Familienkreis wird es noch härter. Man sollte aber auch zugestehen, dass nicht jeder, der ein solches Leid erfährt, geraucht hat.
Als Medizinprodukt sehe ich die Dampfe nicht. Entschuldigung den Begriff E Zigarette mag ich leider überhaupt nicht. Zum einen wird die Dampfe als Medizinprodukt wohl preislich eher unattraktiver sein. Zweitens, wer möchte sich von einem Arzt für süchtig erklären lassen und eine Dampfe verschreibungspflichtig in der Apotheke abholen müssen. Dank der Dampfe habe ich seit über 2 Jahren, die Kontrolle über meinen Tabakkonsum zurück erobert. 0 seit über 2 Jahren. Ich finde, dass dieses Produkt weiteren Menschen helfen sollte, vom Tabak los zu kommen.
Mal noch ein paar Worte zu den Verschwörungstheorien. Ist es verwunderlich, dass Menschen in der heutigen Zeit sehr skeptisch sind? Beispiel gefällig?
In einer Sendung der ARD vom 10.02.2016, wollte uns Prof. Dr. Dr. h.c. mult. David Groneberg (https://www.akdae.de/Kommission/Organisation/Mitglieder/AOM/Groneberg.html) vorgaukeln, dass er die Dampfe untersucht hat. Der Beitrag ist hier https://www.youtube.com/watch?v=_qwxQL4ipDI zu finden. Dieser Beitrag wurde auch im Format "Nano" (Sender 3Sat) ausgestrahlt. Auf Anfrage bei der Redaktion konnte ich außer Abweisung und Ausflüchten keine Informationen lockermachen. Ähnlich verhielt es sich beim HR. Dort gab es gar keine Antwort. Selbst der Versuch, den unter dem Beitrag angegebenen Journalisten zu Kontaktieren scheiterte. Keine Antwort! Schauen sie sich den Beitrag an und entscheiden sie selbst, ob dieser zur Glaubwürdigkeit beiträgt. Leider kein Einzelfall! Und in diesem Beitrag? Zitat. „Zu allem Überfluss fanden die Forscher auch noch Arsen. Das Halbmetall ist in bestimmten Verbindungen hochtoxisch. Wie es in die Aerosole gelangte, ist den Forschern ein Rätsel.“ Hier kann ich nur raten die Forschungsarbeiten einstellen zu lassen. Die Begründung? Wenn es ein Rätsel ist, kann man auch nicht beweisen, dass es von der Dampfe oder den Liquids kommt! Für mich sind diese Sätze nichts als Panikmache!
Mal etwas zum Jugendschutz, Nichtraucherschutz und dem Rauchen in Firmen. Mit den neuen Nichtraucherschutzgesetzen wurden unseren Mitmenschen Gesetze an die Hand gegeben sich vor dieser Gefahr zu schützen. Wer davon keinen Gebrauch macht, nimmt es in Kauf und verhält sich fahrlässig gegenüber seinen Mitmenschen. Über den Inhalt der Gesetze kann man sich aber sicher streiten.
Ich gebe auch zu, dass mich unlängst der Zigarettenrauch stört. Vielleicht aus dem Grunde, dass ich selbst geraucht habe, bringe ich mehr Toleranz an den Tag. Mir ist nämlich bewusst,dass wenn ich einmal Passivrauch einatme, nicht gleich tot umfalle.
Eines noch. Für mich gibt es keine absolute Wahrheit. Es kommt auch hier auf den Betrachtungswinkel an. Deshalb sollte man auch über andere Meinungen zumindest nachdenken.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Mittwoch, 6. Juni 2018, 23:51

Schönreden hilft nicht

Es gibt verschiedene Zugangswege, um sich mit der Schädlichkeit des Rauchens vertraut zu machen. Man kann rational herangehen und sich auf pubmed die wissenschaftlichen Studien anschauen. Man kann aber auch sich im Krankenhaus umschauen und all das menschliche Elend mitbekommen, wenn das Leben an der Sauerstoffflasche hängt oder wenn einen der Krebs auffrisst. Oder es gibt ein Beispiel im Familienkreis, wo ein Verwandter vom Rauchen zugrunde gerichtet wird. Egal, welchen Zugang man zu dieser Thematik findet, die Schlussfolgerung ist immer die Gleiche: Rauchen ist schädlich, Rauchen ist eine Sucht, Rauchen ist eine Geldverschendung.

Einige Forenteilnehmer werden immer wieder versuchen das Problem schönzureden und Verschwörungstheorien zu verbreiten. Das fängt schon an bei der Wortwahl, die Frage ob Raucher oder Nichtraucher die besseren Menschen sind, ist völlig überflüssig. Dagegen sind Nichtraucher sehr wohl die freieren Menschen, denn sie haben die Wahl zu entscheiden, ob sie sich das antun. Und damit das so bleibt, führt die Gesellschaft einen Kampf gegen die Sucht, wohlgemerkt gegen die Sucht und nicht gegen die Süchtigen. Dieser Kampf beinhaltet in erster Linie Jugendschutz, Aufklärung und Nichtraucherschutz. Allein die Tatsache dass Nichtraucherschutz keine Selbstverständlichkeit ist, sondern mühsam auf dem Gesetzesweg durchgesetzt werden muss, zeigt wie sehr die Sucht die Wahrnehmung zumindest einiger Raucher verändert.

Bei der E-Zigarette ist zumindest etwas gesunde Skepsis angesagt. Für Raucher mag es die weniger schädliche Alternative zur Zigarette sein. Für Nichtraucher ist es ein unphysiologisches Hilfsmittel zur Applikation pharmakologischer Wirkstoffe, mit allen damit verbundenen Risiken. Aus meiner Sicht sollte die E-Zigarette deshalb als Medizinprodukt gekennzeichnet werden. Übrigens gibt es Einzelfälle, dass auch die E-Zigarette nicht komplett harmlos ist:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/gefaehrlicher-dampf-ein-raetselhafter-patient-a-1208477.html

Sicher, Rauchen ist auch ein Genuss, Rauchen ist ein Teil unserer Kulturgeschichte (in vielen großen Filmen wird hemmungslos gepafft), und auch ein Nichtraucher muss irgendwann sterben. Gegen ein paar kleine Laster ist nichts einzuwenden, solange man sich der Risiken bewusst ist und die Kontrolle über seine Handlungen hat. Wer dagegen versucht, das Rauchen schön zu reden, zeigt damit nur, dass er die Kontrolle über die Sucht verloren hat.
Avatar #731292
cis2000
am Mittwoch, 6. Juni 2018, 22:04

Das Thema E Zigarette scheint sehr wichtig zu sein?

Immer und immer wieder wird versucht der E Zigarette, ich nenne es Mal in Folge Dampfe, einen schlechten Ruf zu verleihen. Richtig! In regelmäßigen Abständen geht es der Dampfe an den Kragen. Für mich stellt sich hier eine ganz andere Frage. Wer hat ein solch hohes Interesse, die Dampfe schlecht zu machen?
Betrachtet man die richtige Zigarette, mit dem völkerrechtlichen Vertrag der WHO (FCTC), wird einem schnell klar, damit kann man richtig Geld verdienen. Ja richtig, es gibt schon fast militante Vereine, die richtig Kohle ziehen. Z.B. pro-rauchfr...de mit denunzierten Promis. Gefördert von unserem Staat? Ausgrenzung? Geht das in einer Demokratie? FCTC und? Die Unterzeichnerstaaten müssen blechen, um alles zu tun den armen süchtigen Rauchern zu helfen.
Was aber, wenn keiner mehr raucht? Ich lasse das Ende mal offen!
Avatar #88255
doc.nemo
am Donnerstag, 1. März 2018, 08:59

E-Zigaretten verdampfen Blei und andere Metalle

Daten sind das eine, ihre Interpretation das andere. Dass die Dampfer nicht absolut harmlos sind, ist nicht überraschend, schließlich werden dem Körper zahlreiche, überwiegend organische Stoffe zugeführt. Klar ist aber, dass sie um Größenordnungen risikoärmer sind als die klassischen Zigaretten. Dampfen ist allemal besser als Qualmen. Sich wegen minimaler Restrisiken die Köpfe einzuschlagen, ist leider ein Symptom unserer Zeit. Aber die Journals müssen halt befüllt werden.

Der Nachweis diverser Schwermetalle ist kaum verwunderlich, sie sind fast überall vorhanden. Man kann sie auch im Zigarettenrauch und sogar in Wasserkochern finden. Entscheidend ist die aufgenommene Menge. Gibt es Studien, die bereits die Aufnahme der genannten Schadstoffe in den Körper gemessen haben? Was im Dampf rein geht und gleich wieder raus kommt, ist unerheblich, entscheidend ist, was drin bleibt. Und wie groß ist die Differenz zu den Schadstoffen in Zigaretten?
Avatar #723606
mststgt
am Mittwoch, 28. Februar 2018, 20:15

Mangelhaftes Studiendesign und falsche Schlüsse

Neben dem völlig absurden Vergleich der Konzentrationen in den jeweiligen Zuständen der (nicht dokumentierten) Liquide (Flasche, Tank, Aerosol) mit den NAAQS-Grenzwerten der zulässigen Konzentration in der Atemluft (es fehlt - vermutlich mit Absicht - hier die Faktorisierung mit dem Verhältnis der durchschnittlich täglich inhalieren Luftmenge zu der inhalieren täglichen Menge an Aerosol), hat die Studie noch sehr viele andere strukturelle Fehler, die eine Wiederholung der Testergebnisse unter kontrollierten Ausgangswerten unmöglich machen und somit den wissenschaftlichen Aussagewert nihilieren. Ganz gravierende Mängel sind die fehlende Dokumentation und unzulässige Verallgemeinerungen zu den Eckdaten der benutzen Geräte (Typ, Hersteller und Modell des Akkuträgers, dokumentierte Leistungskurven am 510er, Modus der Steuererungssoftware), des benutzten Verdampfer (Wicklungstyp, Hersteller, Modell, metallurgische Analyse/Beschreibung des Materials), eine detaillierte Beschreibung der eingesetzten Wicklung (Bauart, Drahtsorte, Masse, Widerstand) und Wattierung/ Saturierungmaterial (Watte/ Geflecht/ Silikonschnur und deren chemische Zusammensetzung) sowie die völlig mangelhafte/ nicht existierende Dokumentation zu den verwendetem Liquiden/ Blindversuchsbasen (Hersteller, Sorte, Inhaltsstoffangaben, Viskosität).
Zudem wurde die Aerosol-Erzeugung (außer bezüglich der aufgefangenen Volumen und Intervalle) nicht oder unzulänglich (Spannungswerte haben bezüglich der an der jeweilig unterschiedlichen Wicklung erzeugten Dampfdrücke- und Volumen KEINE Aussagekraft, hier hätte NUR die erzeugte Leistung an der spezifischen Wicklung den Status einer validen Vergleichsvariable) gerätesseitig dokumentiert, was in fehlerhaften (manuell vom Laboranten/ Feldlaboranten/ Anwender ausgeführte) Puff-Intervalle resultieren kann und die Gefahr von falsch-positiven Werten z.B. durch Überhitzen der Wicklung (beim Trockenfallen/ zu hohen Leistungen) beinhaltet. Zudem wurde eine mögliche Kontamination des Versuchsaufbaus zwar durch eine Ablufthaube begrenzt, jedoch eine Verunreinigung der zugeführten Luft nicht durch eventuelle Filterung ausgeschlossen, was eine weitere Diskrepanz zum wissenschaftlichen Arbeiten darstellt.
Sicherlich ist die benutzte Methode der Aerosol-Kondensation eine technische Innovation und die chemische Probenanalyse (sonderbarerweise in Graz und nicht in Maryland durchgeführt) beanstandungslos, jedoch alleine damit lassen sich die gravierenden Mängel beim Studienaufbau NICHT überdecken - ohne Evaluierung der gerätespezifischen (in der Gesamtheit aus Akkuträger, Verdampfer und Wicklung) und mediumspezifischen (hier der verschiedenen Liquide) Variablen und deren Faktorisierung in die Betrachtung der Messungsergebnisse basieren die vorgelegten Messdaten auf unzulässigen Verallgemeinerungen.
Est wäre zwar aufwendig, aber nach vorheriger Marktanalyse nicht unmöglich eine repräsentative Auswahl an Akkuträgern (theorethisch unnötig, da eine Emission/ Probenverunreinigung durch diese statistisch eher unwahrscheinlich ist) - respektive ein den Testzwecken entsprechend in allen Parametern skalierbares Standardmodell - und Verdampfern, sowie im Fall von Selbstwicklern mit einer Auswahl an Drahtsorten und/oder marktrelevanten Coil-Bauarten sowie marktrelevantem Wattesorten/ Saturierungsmedien zusammenzustellen und diese zunächst mit aromenfreien Basen (handelsübliche und marktrelevante Mischungen, beziehungsweise laborseitig steril erzeugte eigene Mischungen in relevanten Zusammensetzungen) zu betreiben, um alleine eventuelle Emissionen durch den Tank/ Verdampfer und die Wicklung zu messen. Dazu müssten wiederum je nach unterschiedlichen Versuchsaufbau wiederholbare standardisierte Testreihen durchgeführt werden, deren Daten danach NUR mit Beachtung der jeweiligen Parameter ausgewertet können.
In Summa mangelt es der Studie an belastbaren Aussagen nicht nur durch die unzulässigen Abstraktionen sondern eben auch durch unzulässige Simplifizierungen, Auslassungen und fehleranfällige Vorauswahl und Umsetzung der Versuchsreihen.
Avatar #723606
mststgt
am Mittwoch, 28. Februar 2018, 07:20

Faktoren nicht beachtet

Dr. Konstantinos Farsalinos schreibt dazu:
"Für diejenigen, die Fragen zu der neuesten Studie über die Metallemissionen von E-Zigaretten haben, hier meine Anmerkung:
Die gefundene "signifikante Menge" an Metallen, von der die Autoren berichten, wurde in Mikrogramm/kg gemessen. Tatsächlich sind sie so niedrig, dass ich für einige Fälle (Chrom und Blei) ausgerechnet habe, dass man mehr als 100 ml pro Tag dampfen müsste, um die FDA-Grenzwerte für die tägliche Einnahme von Inhalationsmedikamenten zu überschreiten. Die Autoren verwirren wieder einmal sich selbst und alle anderen, indem sie Grenzwerte für einzelne Atemzüge anwenden und diese auf das Dampfen übertragen. Jedoch nehmen Menschen mehr als 17.000 (tausend) Atemzüge pro Tag, aber nur 400-600 Züge pro Tag von einer E-Zigarette."
Quelle:
https://www.facebook.com/konstantinos.farsalinos/posts/946656432152775
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER