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Big Data: Digitales Diabetes-Präventions­zentrum geplant

Freitag, 2. März 2018

Big Data Medizin /santiago silver, stock.adobe.com
/santiago silver, stock.adobe.com

Berlin – Big-Data-Technologien sollen in der Diabetesforschung dazu führen, personalisierte Präventions- und Therapiemöglichkeiten anzubieten. Gelingen soll dieser Fortschritt mithilfe eines digitales Diabetes-Präventionszentrums, das anstatt Daten von 1.000 Studienteilnehmern die Daten von einer Million Menschen – sowohl Erkrankten als auch Gesunden – auswertet. Die Planung des Digital Diabetes Preven­tion Center (DDPC) verkündete der Vorstand des Deutschen Zentrums für Diabetes­forschung (DZD), Martin Hrabĕ de Angelis, diese Woche auf einer Pressekonferenz der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Berlin.

Bisher leitet sich die Auswahl der Therapie oder eines Präventionsprogramms aus statistischen Erkenntnissen basierend auf der Analyse großer Teilnehmerzahlen ab. Dabei seien diese Statistiken nicht auf den Einzelfall anwendbar, erklärte Hrabĕ de Angelis, Direktor des Instituts für Experimentelle Genetik am Helmholtz-Zentrum München, das Problem.

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Am DZD möchten die Forscher daher ein Digital Diabetes Prevention Center (DDPC) aufbauen. „Was große Firmen schon lange machen, indem sie auf die Daten von Wearables oder Apps zurückgreifen, wollen wir damit auch im öffentlichen Raum etablieren“, sagte Hrabĕ de Angelis. Informationen aus einem lange geforderten Diabetesregister wären dazu eine gute Ergänzung.

Wenn wir diesen Schritt nicht gehen, werden wir im akademischen Raum in den nächsten Jahren nicht mehr sprechfähig sein. Martin Hrabĕ de Angelis, Deutsches Zentrum für Diabetesforschung, München

Diese Datenlage hätte eine ganz andere Dimension, als Forschung heute hervor­bringt. Für die Genauigkeit der Schlussfolgerungen mache es einen großen Unter­schied, ob man sich 1.000 oder eine Million Personen angucken würde. Ziel des neuen Zentrums wäre es daher auch, breite Teile der Bevölkerung davon zu über­zeugen, ihre Daten zur Verfügung zu stellen, um Real-World-Data zu erhalten. „Umfragen zeigen, dass die meisten damit kein Problem hätten.“ Zudem sollen Daten aus epidemiologischen Studien und Präventionsstudien einfließen.

„Wenn wir diesen Schritt nicht gehen, werden wir im akademischen Raum in den nächsten Jahren nicht mehr sprechfähig sein“, befürchtet der Vorstand des DZD. Öffentliche Institutionen hätten nicht mehr die gleiche Datenbasis wie Firmen. „Diese Firmen könnten dann Vorgaben machen, die wir nicht mehr kontrollieren können.“ Auf dieses drohende Szenario wolle er auch die Politiker auf dem parlamentarischen Abend am 27. Februar hinweisen, kündigte Hrabĕ de Angelis an.

Pilotprojekt gestartet

Zurzeit ist das DDPC nur eine Idee. Denn ein Geldgeber muss sich erst noch finden. Ein Pilotprojekt ist aber bereits gestartet. „Hier werden strukturiert aufbereite Daten aus klinischen Studien mit etwa 5.000 Patienten und weitere 8.000 aus einer Prädiabetes-Kohorte miteinander verknüpft. Daraus versuchen wir in einem nächsten Schritt, Schlüsse für Diagnose und Therapie abzuleiten“, erklärte Hrabĕ de Angelis im Anschluss an die Pressekonferenz. Daten aus Apps und Wearables sind derzeit noch nicht integriert. Um diese miteinbeziehen zu können, ist die Entwicklung eigener Apps und die Zusammenarbeit mit Firmen angedacht. © gie/aerzteblatt.de

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