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Ausland

Trotz Alkoholverbots sind fünf Millionen Iraner abhängig

Donnerstag, 1. März 2018

/viappy, stockadobecom

Teheran – Trotz des absoluten Alkoholverbots im streng islamischen Iran gibt es im Land fünf Millionen Alkoholiker. Diese Zahl gab der Parlamentarier Ali Afraschteh gestern bekannt, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Sowohl Verkauf als auch Konsum von Alkohol sind im Iran aus religiösen Gründen verboten. Menschen, die dennoch Alkohol trinken, drohen saftige Geldstrafen oder im Wiederholungsfall auch Peitschenhiebe.

Im Iran leben knapp 80 Millionen Menschen. Damit hat das Land fast so viele Einwohner wie Deutschland. Hierzulande gelten etwa 1,3 Millionen Menschen als alkoholabhängig, 9,5 Millionen konsumieren nach Angaben der Drogenbeauftragten Alkohol in gesundheitlich riskanter Form.

Die Iraner trinken nach amtlichen Angaben aus dem Jahr 2016 rund 60 Millionen Liter alkoholische Getränke im Jahr. Auf dem iranischen Schwarzmarkt gibt es eine riesige Auswahl an Alkohol, der jedoch zu sehr hohen Preisen verkauft wird. Billiger ist es, hausgemachten Schnaps oder Wein von Privatleuten zu kaufen. Parlamentarier Afraschteh zufolge sind außerdem 2,8 Millionen der Iraner drogenabhängig. Im Schnitt begehen jährlich 4.500 Menschen Suizid.

Im ölreichen Iran herrscht immer noch eine Wirtschaftskrise, und die Zahl der Arbeitslosen, besonders der Jugendlichen ohne Job, steigt von Jahr zu Jahr. Dies sei nach Meinung vieler Beobachter auch die Ursache für die Hoffnungslosigkeit der Menschen, die sich dann im Alkohol- und Drogenmissbrauch widerspiegele. Auch die Zahl der Suizide sei ein Ausdruck dieser Situation. Außerdem geht nach Experten­ansicht die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander. Die Mehrheit der Menschen fühlt sich demnach von der Regierung benachteiligt. © dpa/aerzteblatt.de

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Practicus
am Freitag, 2. März 2018, 23:18

Die deutschen Zahlen

sind ja auch nicht so richtig... Hausärzte in Nordrhein codieren zB nur in 0.75% der Fälle eine Alkoholabhängigkeit... ist ganz einfach: wer nicht sucht, findet nicht - und wer will schon eine Krankheit finden, die nicht geheilt werden kann und nur Frust und unbezahlte Leistungen verschafft?
Bei korrekter Diagnostik erfüllen sicher mindestens 5 Mio Trinker hierzulande die Kriterien einer Abhängigkeit nach ICD-10 - es sucht nur niemand danach
Christamüller
am Freitag, 2. März 2018, 02:29

Im Iran floss immer Smirnov-Wodka

alles nachvollziehbar, im iranischen Aserbeidschan der Weinanbau, aus Korn der Wodka, das gab es alles auch zu Hauf unter dem Schah, nur gesund und fröhlich. Die Mullahs kann der Mensch auch nur im Suff ertragen - genau wie Lenin & die Kommunisten. An Wodka gab unter den Kommunsiten nie Mangel.
e.ne
am Donnerstag, 1. März 2018, 22:31

Ich traue auch der deutschen Statistik nicht.

Nur 1,3 Mio "Alkoholabhängige"? Und 9,3 Risikofälle in D - das halte ich für Unglaubwürdig.
Für blind und Taub gegenüber den Realitäten,
e.ne
am Donnerstag, 1. März 2018, 22:27

Und das soll man glauben? Verbotene Statistiken?

Das kommt mir eher vor wie: Irgendwann wollen da irgendwelche aus dem Bereich -
Geheime Staatspolizei - rein knallen ... und egal wen festnehmen -
für irgendwas - wenn sich keine Gründe finden lassen - werden sie eben frei erfunden.
Selbst "im Gefühl" kann man aus Leuten Alkoholiker "machen" - Schnapstrinker, die (so gut wie) nie
Schnaps getrunken haben. Regelmässige Trinker die erst nichts und jetzt seit Jahrzehnten nichts/
fast nichts trinken. - In unseren Breiten darf man trinken. Aber dass mal Jemand danach fragt - Nein.
Seit Jahrzehnten nicht. Stattdessen ein breiter Raum für Gemeinheiten Verleumdungen dummes Zeugs - Geschwätz aller Art.

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