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Hannover: Grippewelle führt zu deutlichem Anstieg von Herz- und Lungennotfällen

Freitag, 2. März 2018

Hannover – Wegen der Grippewelle in der Region Hannover kommen immer mehr Patienten mit Herz- oder Lungenproblemen in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH). „In unserer zentralen Notaufnahme haben wir seit Jahresbeginn bei Patienten mit Grippesymptomen einen Anstieg von mehr als einem Drittel verzeichnet zum Vergleichszeitraum des Vorjahres“, sagte Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie der MHH.

Influenzaerkrankungen hätten bei vielen Patienten zu Verschlechterungen bei obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD sowie bei schweren Lungenentzündungen geführt, so Welte. Der Pneumologe nennt zwei Hauptgründe: Zum einen habe die Impfbereitschaft deutlich nachgelassen, zum anderen habe zum zweiten Mal in Folge der verwendete Grippeimpfstoff diese Grippe nur unzureichend abgedeckt.

Als Folge der Grippewelle sind auch die Zahlen der Patienten mit Herzinfarkt in den ersten Wochen des Jahres 2018 stark gestiegen. „Seit Jahresanfang mussten wir 92 Patienten behandeln, die mit Herzinfarkt in die MHH gebracht wurden“, erläuterte Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie. In Monaten ohne Grippe seien es durchschnittlich 40 Fälle.

Die Klinikdirektoren betonten, dass es wegen der Grippewelle zu Wartezeiten bei elektiven Patienten kommen könne. „Die jährlich wiederkehrenden Virusepidemien, Influenza oder auch andere Erreger, führen zu einer Vervielfachung von Erkrankungen, die die Arztpraxen, aber auch die Krankenhäuser weit über das normale Maß hinaus belasten. Unserem Gesundheitssystem fehlen Strukturen, um auf die zeitlich begrenzte Erhöhung der Patientenzahlen reagieren zu können“, so Welte. © hil/aerzteblatt.de

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