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Medizin

Warum Alkohol Menschen aggressiver macht

Freitag, 2. März 2018

/Pawel Michalowski, stockadobecom

Sydney – Australische Forscher um Thomas Denson von der University of New South Wales haben mittels Magnetresonanztomographien (MRT), die den Blutfluss im Gehirn messen, untersucht, warum Menschen oft aggressiv und gewalttätig werden, nachdem sie Alkohol getrunken haben. Nach nur zwei Drinks stellten die Forscher Verän­derungen in der Funktionsweise des präfrontalen Kortex des Gehirns fest, dem Teil, der normalerweise an der Regulierung der Aggressionsniveaus einer Person beteiligt ist. Die Studie ist in der Zeitschrift Cognitive, Affective, & Behavioral Neuroscience erschienen (2018; doi: 10.3758/s13415-017-0558-0). 

„Nach den meisten Theorien wird die alkoholbedingte Aggression durch Verän­derungen im präfrontalen Kortex verursacht. Allerdings fehlte es an substanziellen Belegen, um diese Ideen zu untermauern“, berichten die Wissenschaftler. In dieser Studie rekrutierten Denson und sein Team, zu dem auch Wissenschaftler aus Lübeck gehörten, 50 gesunde junge Männer. Die Teilnehmer erhielten entweder 2 Getränke mit Wodka oder Placebogetränke ohne Alkohol. Während die Teilnehmer in einem MRT-Scanner lagen, mussten sie eine Aufgabe bewältigen, die in den letzten 50 Jahren regelmäßig genutzt wurde, um Aggressionen als Reaktion auf Provokationen zu beobachten.

Die funktionelle Magnetresonanztomographie ermöglichte es den Forschern zu sehen, welche Hirnareale bei der Durchführung der Aufgabe besonders aktiviert wurden. Sie stellten fest, dass die Provokation allein zunächst keinen Einfluss auf die neuronalen Reaktionen der Teilnehmer hatte. Bei aggressivem Verhalten kam es jedoch zu einem Rückgang der Aktivität im präfrontalen Kortex des Gehirns derjenigen, die alkoholische Getränke konsumiert hatten. Diese dämpfende Wirkung zeigte sich auch in den Bereichen des Gehirns, in denen die Belohnung beteiligt ist.

„Obwohl es einen insgesamt dämpfenden Effekt von Alkohol auf die präfrontale Kortikalis gab, beobachteten wir selbst bei niedriger Alkoholdosis eine signifikante positive Beziehung zwischen dorsomedialer und dorsolateraler präfrontaler Kortexaktivität und alkoholbedingter Aggression“, erklärte Denson.

Die Wissenschaftler empfehlen jetzt weitere umfangreichere Untersuchungen zu den neuronalen Grundlagen alkoholbedingter Aggressionen. „Dies könnte letztendlich die alkoholbedingten Schäden erheblich reduzieren“, so Denson. © hil/aerzteblatt.de

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