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Bayern: Bessere Versorgung von Diabetikern dank Telemedizin

Sonntag, 4. März 2018

Flash-Glukose-Messsystem /dpa

München – In Bayern ist ein Telemedizin-Pilotprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband niedergelassener Diabe­tologen in Bayern (bndb) und mit Unterstützung der Bayerischen TelemedAllianz (BTA) gestartet. Ziel des durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderten Projektes ist es, die Behandlung von Menschen mit Diabetes, die mehrmals täglich Insulin spritzen, zu verbessern.

Den Projektpartnern zufolge ist die Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus eine Herausforderung für Ärzte und Patienten gleichermaßen. Eine konsequente Stoff­wechselführung sei hierbei grundlegend, um das Risiko von Folgeerkrankungen zu reduzieren. Dazu sollen alle Menschen mit Typ-1-Diabetes und viele mit Typ-2-Diabetes mindestens viermal täglich den Glukosewert messen, die Werte notieren und regelmäßig den Diabetologen aufsuchen.

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Doch viele Patienten messen deutlich seltener, vernachlässigen die Dokumentation und wohnen weit entfernt von ihrem behandelnden Arzt oder sind beruflich zu ein­gespannt, um eine regelmäßige Kontrolle ihrer Zuckerwerte durchzuführen. Innovative Glukosemesssysteme und digitale Ansätze können hier helfen: „Insbe­sondere im Bereich der ambulanten Behandlung von Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, sehen wir das Potenzial, mit der Unterstützung von Telemedizin die Versorgung zu optimieren", erläuterte der Vorstand der KVB.

So messen die am Projekt beteiligten Patienten ihre Glukosewerte mithilfe eines Glukosemesssystems (Flash Glukose Messung) und laden die Ergebnisse anschließend in ein cloudbasierte Diabetes-Management-System hoch. Ein diabetologisch erfahrener Arzt kann die Daten dann an seinem Arbeitsplatz abrufen und so auf einen Blick das vollständige glykämische Profil sowie Muster und Trends seiner Patienten sehen. Dabei erhält er Hinweise für eine optimierte Behandlung in Medikation und Therapie und etwaige Therapieempfehlungen. Voreingestellte Filter- und individualisierbare Markierungsfunktionen geben zudem Hilfestellungen für ein strukturiertes Patienten­management.

„Von einem solchen Verfahren profitieren sowohl Arzt als auch Patient“, sagte Christoph Neumann, bndb-Vorstandsmitglied. „Die Menschen mit Diabetes erhalten eine indi­viduell angepasste Therapie und die tägliche Arbeit des Diabetologen wird effizienter.“ © hil/aerzteblatt.de

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