Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Eigenschaften der Krebszellen wesentlich für Metastasierungs­risiko

Mittwoch, 7. März 2018

Menschliche Melanomzelle mit „Nase“: Der Ezrin-Pol (rechts, orange) hilft der Zelle bei der Anheftung an die Gefäßwandzellen /Heikenwälder, DKFZ

Heidelberg – Nicht allein die Zahl der zirkulierenden Krebszellen im Körper entscheidet über das Risiko eines Patienten, Metastasen zu bekommen, sondern vielmehr bestimmte Eigenschaften der Zellen. Das berichten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in der Zeitschrift Nature Communications (2018; doi: 10.1038/s41467-018-03139-6).

„Es gibt Patienten mit einer hohen Anzahl an zirkulierenden Tumorzellen, die keine oder nur wenige Metastasen haben, und umgekehrt Patienten, bei denen sich kaum wandernde Tumorzellen finden lassen, die jedoch unter vielen Metastasen leiden“, erklärte Mathias Heikenwälder vom DKFZ.

Laut der Arbeitsgruppe bestimmt die Polarität der Zellen das Metastasierungsrisiko entscheidend mit. „Das sieht unter dem Mikroskop aus, als ob die Zellen eine Art Nase hätten“, beschreibt Heikenwälder.

An der Ausbildung dieser Nase sind unter anderem 2 Moleküle des Zytoskeletts namens Erzin und Merlin entscheidend beteiligt. Bei menschlichen Tumorzelllinien wie bei Mäusen korreliert die Zahl der frei zirkulierenden Tumorzellen, die diese spezielle Polarität aufweisen, offenbar mit dem Risiko, Metastasen zu entwickeln. 

Die Zellen docken mit dem polarisierten Ende an die Endothelschicht der Gefäße an. Daraufhin wird der Pol an die der Andockstelle gegenüberliegende Seite geschoben und die Tumorzelle wandert durch die Endothelschicht ins Gewebe.

Als Gegenprobe blockierten die Forscher die Polarisierung der zirkulierenden Zellen mit einem zellbiologischen Trick. Die so manipulierten Zellen waren in der Kulturschale und im Mausmodell nicht mehr in der Lage, sich effizient an Gefäßwandzellen anzuheften.

„Wir haben einen Zusammenhang gefunden, der sich möglicherweise künftig dazu nutzen lässt, das Metastasierungsrisiko bei Krebspatienten nicht nur besser vorherzusagen, sondern auch zu vermindern“, hofft Heikenwälder.  © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

31. Mai 2018
Philadelphia – Eine einzige CAR-T-Zelle hat bei einem Patienten mit einer zuvor therapieresistenten Leukämie eine langfristige Remission erzielt, was die Forscher in Nature (2018; doi:
Einzelne CAR-T-Zelle heilte Leukämie
9. Mai 2018
Bonn – Onkologische Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Center) sowie onkologische Zentren können derzeit nicht kostendeckend arbeiten. Die Deutsche Krebshilfe, die die Zentren bezuschusst, mahnt nun
Onkologische Zentren benötigen kostendeckende Finanzierung
3. April 2018
Rochester – Eine Verkürzung der adjuvanten Chemotherapie von 6 auf 3 Monate hat in 6 randomisierten klinischen Studien vielen Patienten im Stadium 3 eines Kolonkarzinoms die Neurotoxizität von
Darmkrebs: Adjuvante Chemotherapie kann häufig verkürzt werden
3. April 2018
Brüssel – Die belgische Regierung will mehr Patienten mit Kinderwunsch Medienberichten zufolge das Einfrieren von Keimzellen ermöglichen. Junge Krebskranke in Belgien können seit einem Jahr auf Kosten
Belgien will mehr Kranken Einfrieren von Keimzellen ermöglichen
15. März 2018
Tübingen – Die Kombination von Bilddaten aus der Positronen­emissions­tomo­graphie (PET) und Computertomographie (CT) mit Protein- und Stoffwechseldaten ermöglicht ein präziseres Bild von den Abläufen in
Kombination von Bildgebung und Stoffwechselanalyse liefert präzisere Tumorinformationen
13. März 2018
Berlin – Die Krankenkassen in Deutschland sollten bei jungen Erwachsenen mit einer Krebserkrankung fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen übernehmen, zum Beispiel die Entnahme und Kryokonservierung von
Junge Krebspatienten wollen Kostenübernahme fruchtbarkeitserhaltender Maßnahmen
9. März 2018
Portland – Das National Comprehensive Cancer Network, das in den USA Leitlinien zur Krebsbehandlung erstellt, empfiehlt laut einer Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2018; 360: k668) den

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige