NewsHochschulenMedizinstudierende organisieren kostenfreie Sprechstunde
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Medizinstudierende organisieren kostenfreie Sprechstunde

Montag, 5. März 2018

/dpa

Hamburg – Eine allgemeinmedizinische Sprechstunde – die studentische Poliklinik (StuPoli Hamburg) – haben rund 20 Medizinstudierende des Asklepios Campus Hamburg aufgebaut. Sie bieten ab sofort im Stadtteil Sankt Pauli bedürftigen Menschen ohne Kran­ken­ver­siche­rung eine kostenfreie ambulante allgemein­medizinische Versorgung an.

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) begrüßte das Projekt. „Die Studierenden leisten wertvolle Hilfe. Sie ergänzen mit ihrem Engagement in sinnvoller Weise das umfassende Hilfesystem für wohnungs- und obdachlose Menschen in Hamburg. Ich freue mich über diese Tatkraft“, sagte sie bei der Eröffnung.

Anzeige

CaFée mit Herz

Die Sprechstunde findet im „CaFée mit Herz“ in Sankt Pauli statt. Dies ist eine Anlaufstelle für täglich 200 bis 300 überwiegend obdachlose Bedürftige. Das „CaFée mit Herz“ bietet neben Kleidung, Mahlzeiten und Duschmöglichkeiten auch in begrenztem Umfang medizinische Betreuung.

Das Spektrum der Patienten, die mit medizinischen Fragestellungen in die Kranken­stube kommen, umfasst dabei neben Obdachlosen und Flüchtlingen auch Personen, die aus den unterschiedlichsten Gründen keine Kran­ken­ver­siche­rung haben. Die ehrenamtliche Arbeit der Medizinstudierenden findet stets unter ärztlicher Betreuung statt, wobei jeden Freitag ein Team von drei Studierenden jeweils für mehrere Stunden vor Ort sein wird, um die Patienten zu untersuchen und – nach ärztlicher Kontrolle – auch zu behandeln.

„Unsere Studierenden sind außerordentlich motiviert und wollen unter ärztlicher Supervision Hilfe leisten, wo sie am nötigsten in der Stadt ist. Das ist großartig. Außerdem können sie mit der ehrenamtlichen Tätigkeit schon früh Verantwortung übernehmen, Patientenkontakte pflegen und ihre fundierte Ausbildung um eindrucksvolle medizinische und soziale Erfahrungen ergänzen“, sagte Christoph Jermann, Geschäftsführer der Asklepios Medical School.

Das Mobiliar für das Behandlungszimmer sowie medizinisches Gerät, Medikamente und Verbandsmaterial wird von den Hamburger Asklepios-Kliniken gespendet. Zudem kann auf die Labortätigkeit der Laborgesellschaft Amedes zurückgegriffen werden. „Erkältungskrankheiten und chronische Wunden zählen absehbar zu den häufigsten Krankheitsbildern, aber es werden auch andere medizinische Probleme dazu kommen – und wir werden auch viel mit fremdsprachigen Patienten zu tun haben, was eine zusätzliche Herausforderung darstellt“, sagte Franziska Lehnert von der studentischen Leitung des Projektes.

Vorbild für die studentische Poliklinik am „CaFée mit Herz“ in Hamburg ist ein bereits im Juni 2014 von Studierenden der Goethe-Universität Frankfurt am Main gegründetes StuPoli-Projekt, über das sich die Hamburger Studierenden bereits Anfang 2017 vor Ort ausführlich informiert haben. In der Folge wurde das Konzept für die Hamburger StuPoli erarbeitet und eng mit dem Asklepios-Campus Hamburg und dem „CaFée mit Herz“ abgestimmt. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Mai 2020
Berlin − Berlin hat gestern eine Quarantänestation für Obdachlose eröffnet. Die Einrichtung auf dem Gelände der Stadtmission in Berlin-Mitte kann bis zu 16 Menschen aufnehmen, die mit dem
Obdachlose mit Coronavirus: Berlin eröffnet Quarantänestation
17. April 2020
Berlin – Menschen ohne Kran­ken­ver­siche­rung können sich in der Coronakrise kostenfrei beim Hausarzt behandeln lassen. Die Mittel dafür stellt der Berliner Senat, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit
Menschen ohne Kran­ken­ver­siche­rung: Berlin bezahlt Behandlung beim Hausarzt
8. April 2020
Berlin – Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe leben rund 41.000 Menschen bundesweit auf der Straße. In Zeiten der COVID-19-Pandemie berichten Hilfsorganisationen und
„Obdachlosen Menschen wird in Zeiten der COVID-19-Pandemie die Lebensgrundlage entzogen“
6. April 2020
Berlin − Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat vor einer besonderen Gefahr für Obdachlose durch die Corona-Pandemie gewarnt. „Derzeit bieten viele Wohnungslosenhilfen keine
Verbände weisen auf Probleme für Obdachlose in Coronazeiten hin
14. Februar 2020
Berlin – Der Bund kann sich künftig systematisch einen Überblick über das Ausmaß der Wohnungslosigkeit in Deutschland verschaffen. Der Bundesrat billigte heute ein Gesetz, mit dem erstmals bundesweit
Bund kann sich Überblick über Wohnungslosigkeit verschaffen
7. Februar 2020
Berlin – In Berlin sind bei der bundesweit ersten systematischen Obdachlosenzählung 1.976 Menschen gezählt worden – deutlich weniger als bisher angenommen. Davon seien gut 800 Menschen auf Straßen
1.976 Obdachlose in Berlin gezählt
29. Januar 2020
Berlin – Zum ersten Mal werden in einer großangelegten und systematischen Aktion Obdachlose in einer deutschen Großstadt gezählt. Heute laufen zwischen 22 Uhr und 1 Uhr freiwillige Helfer auf
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER