NewsPolitikDupilumab bei Neurodermitis: IQWiG sieht Vorteile bei Symptomen und Lebensqualität
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Dupilumab bei Neurodermitis: IQWiG sieht Vorteile bei Symptomen und Lebensqualität

Montag, 5. März 2018

/dpa

Köln – Erwachsene mit einer mittelschweren bis schweren Neurodermitis, für die eine systemische Therapie infrage kommt, könnten von einer Behandlung mit Dupilumab (Handelsname Dupixent) profitieren. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht nach einer frühen Nutzenbewertung Hinweise auf einen Zusatznutzen der Therapie. 

Typische Symptome der Neurodermitis – auch atopische Dermatitis genannt – sind Ausschlag und starkes Jucken, die in Schüben auftreten und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen können.

Anzeige

Meist wird eine Neurodermitis lokal mit entzündungshemmenden, cortisonhaltigen Salben behandelt. Bei schwereren Verläufen kommen auch UV-Licht oder eine systemische Therapie infrage. Der Wirkstoff Dupilumab ist ein monoklonaler Antikörper, der einen Abschnitt des sogenannten Interleukin-4-Rezeptors auf der Oberfläche von Immunzellen blockiert und so die Immunreaktion dämpft.

„Der Hersteller legte eine verwertbare randomisierte kontrollierte Studie vor, in der Patienten über einen ausreichend langen Zeitraum von 52 Wochen beobachtet wurden“, berichten die IQWiG-Wissenschaftler. Alle Teilnehmer erhielten Gluko­kortikoid-Salben als Hintergrundtherapie. In zwei Studienarmen bekamen sie zusätzlich jeweils Dupilumab in zwei verschiedenen Dosierungen, im dritten ein Placebo.

Wie die Daten zeigen, fallen die Behandlungsergebnisse bei einer ganzen Reihe von patientenrelevante Endpunkte zugunsten von Dupilumab aus: Das gilt zum einen für Juckreiz und Schlafstörungen, zum anderen für die gesundheitsbezogene Lebens­qualität. Augenerkrankungen traten in der Verumgruppe allerdings häufiger auf als in der Kontrollgruppe. Nach Auffassung der IQWiG-Wissenschaftler stellt dies die Vorteile bei den anderen Endpunkten jedoch nicht infrage. 

Aus methodischen Gründen schätzt das IQWiG den Zusatznutzen der Therapie als „nicht quantifizierbar“ ein. „Er kann also gering, beträchtlich oder sogar erheblich sein“, hieß es aus dem Institut. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Oktober 2018
Köln – Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit aktivierenden Mutationen des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR) können von
Lungenkrebspatienten können von Therapie mit Osimertinib profitieren
5. Oktober 2018
Berlin – Das Europäische Parlament hat vorgestern den Verordnungsentwurf der Europäischen Kommission angenommen, mit dem die Nutzenbewertung von Arzneimitteln und Medizinprodukten (Health Technology
EU-Parlament unterstützt einheitliche Nutzenbewertung von Arzneimitteln
2. Oktober 2018
Köln – Für Patientinnen unter 65 Jahren schneidet die Kombinationstherapie aus Pertuzumab, Trastuzumab, einem Taxan und gegebenenfalls einem Anthrazyklin nicht besser ab als die zweckmäßige
Monoklonaler Antikörper Pertuzumab bei frühem Brustkrebs ohne Zusatznutzen
14. September 2018
Brüssel – Die Ärzteschaft hat an die Europäische Kommission appelliert, ökonomische Interessen nicht über den Schutz der Gesundheit zu stellen. „Das jüngste Beispiel für diese Fehlentwicklung ist der
Ärzteschaft pocht bei harmonisierter EU-Nutzenbewertung auf Gesundheitsschutz
28. August 2018
Köln – Rund ein Jahrzehnt nach ihrer ersten Nutzenbewertung sind Nutzen und Schaden bei der Vakuumversiegelungstherapie (VVS) bei intendierter sekundärer Wundheilung weiterhin unklar. Zu diesem
IQWiG kritisiert Intransparenz bei Vakuumwundtherapien
22. August 2018
Essen – Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Wissenschaftler des IGeL-Monitors wollten jetzt wissen, ob der M2-PK-Stuhltest Todesfälle durch Darmkrebs verhindern kann,
IGeL-Monitor sieht keine Nutzenbelege für Früherkennung von Darmkrebs mittels M2-PK-Stuhltest
2. August 2018
Köln – Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Spastik aufgrund von Multipler Sklerose (MS), die nicht angemessen auf eine andere antispastische Arzneimitteltherapie angesprochen haben und die
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER